Fachartikel & News

Gehalts­ge­spräch: Die­se Punk­te soll­ten Un­ter­neh­mer beachten

Viele Unter­nehmer wür­den das Ge­halts­ge­spräch mit ih­ren Mit­ar­bei­tern ger­ne aus­fal­len las­sen. Bes­ser als ei­ne Ver­mei­dungs­stra­te­gie ist aber gu­te Vor­be­rei­tung. Wer dem Ge­spräch aus­weicht, spart da­mit viel­leicht et­was Lohn, de­mo­ti­viert aber be­stimmt sei­ne Beschäf­tigten.

Text: Frank Wiercks


Regel­mäßige Mitar­bei­ter­ge­spräche sollten für jeden Unter­nehmer eine hohe Priorität haben. Sie können die Mitar­bei­ter­bindung stärken und als Frühwarn­system für Mitar­bei­te­run­zu­frie­denheit dienen – das hilft, Kündi­gungen zu verhindern. Sie geben den Beschäf­tigten die Gelegenheit, mit dem Chef ihre Perspek­tiven im Betrieb zu besprechen sowie Zielver­ein­ba­rungen zu treffen. Und sie liefern wichtige Infor­ma­tionen für die Unter­neh­mens­steuerung sowie die Optimierung interner Arbeits­ab­läufe. Viele Firmen­chefs gerade in kleinen Betrieben denken aller­dings, nicht die Zeit für diesen regel­mä­ßigen, respekt­vollen Austausch auf Augenhöhe zu haben. Sie verpassen so die Chance, ihre Mitar­beiter stärker an die Firma zu binden oder sie besser zu motivieren. Wenn es aber schon nicht für insti­tu­tio­na­li­sierte Mitar­bei­ter­ge­spräche reicht, sollten diese Unter­nehmer wenigstens einmal im Jahr ein Gehalts­ge­spräch einplanen. Wer selbst das nicht schafft, dürfte sich angesichts des Fachkräf­te­mangels schwertun, quali­fi­zierte Mitar­beiter zu halten oder neue zu finden. Ein gutes Gehalts­ge­spräch ist Pflicht – und erfordert eine sorgfältige Vorbe­reitung.

Die Rahmen­be­din­gun­gen für das Gehalts­ge­spräch

Zeitpunkt: Einmal pro Jahr sollte der Unter­nehmer mit jedem Mitar­beiter über dessen Entlohnung reden. Am besten ist es, dieses Gehalts­ge­spräch immer in den gleichen Zeitkor­ridor zu legen, etwa in das erste Quartal des Kalen­der­jahres. Ist der Termin insti­tu­tio­na­li­siert, dürfen die Beschäf­tigten darauf vertrauen, dass das Gehalts­ge­spräch auch statt­findet. Und der Chef kann bei Gehalts­wün­schen auf das geplante Gespräch verweisen. Sollte tatsächlich einmal beispiels­weise ein Großauftrag dazwi­schen­kommen, müssen die Mitar­beiter sofort einen Ersatz­termin genannt bekommen.

Ort und Dauer: Ein ungestörter und vertrau­ens­voller Austausch ist wichtig. Daher sollte das Treffen nicht in einem gut einseh­baren Bereich statt­finden. Aber auch nicht unbedingt im Chefbüro, das auf Mitar­beiter einschüch­ternd wirken könnte – oder für den Unter­nehmer viele Ablen­kungen bereithält. Lieber in einem ruhig gelegenen Konfe­renzraum. Ganz wichtig: Das Smart­phone ausschalten, damit das Gehalts­ge­spräch wirklich ungestört bleibt. Und keine eng getak­teten Nachfol­ge­termine einplanen. Kommen wichtige Themen auf, sollte genug Zeit sein, um sie erschöpfend zu disku­tieren.

Die Vor­be­rei­tung auf das Gehalts­ge­spräch

Quali­fi­kation und Leistungen: Jede Gehalts­ent­wicklung bildet frühere Leistungen sowie künftige Perspek­tiven ab. Der Unter­nehmer sollte vor dem Gehalts­ge­spräch die Quali­fi­ka­tionen, Aufgaben sowie Leistungen des Mitar­beiters studieren. Und sich Gedanken über sein Entwick­lungs­po­tenzial machen. So kann er Gehalts­wünsche besser bewerten und Gehalts­an­gebote begründen.

Finan­zi­eller Spielraum: Neben der inner­be­trieb­lichen Gehalts­band­breite muss der Firmenchef im Blick haben, was andere Betriebe zahlen. Das künftige Gehalt sollte in bestehende Struk­turen passen, aber auch Abwer­be­ver­suche erschweren. Begründete Abwei­chungen von der Gehalts­band­breite sind nur begrenzt möglich. Sonst droht Unruhe unter den Beschäf­tigten: Schlimms­ten­falls führt die großzügige Motivation eines Mitar­beiters zur Frustration seiner Kollegen.

Gesamt­ver­gütung: Zusätz­liche Gehalts­be­stand­teile können helfen, dass mehr Netto ankommt oder die Gehalts­band­breite einge­halten wird. Gehalts­er­hö­hungen sind auch in Form betrieb­licher Alters­vor­sorge denkbar oder als Zuschuss zur Kinder­be­treuung. Unter­nehmer sollten regel­mäßig mit dem Steuer­be­rater steuer­freie Extras sowie andere Möglich­keiten besprechen. Im Gehalts­ge­spräch können sie dann attraktive Entloh­nungs­pakete schnüren bezie­hungs­weise auf entspre­chende Wünsche eines Mitar­beiters eingehen.

Wichtig ist ein of­fe­nes Ge­spräch auf Augenhöhe

Leistungs­ein­schätzung: Wichtig ist eine gemeinsame Betrachtung, was der Mitar­beiter zu Entwicklung und Erfolg des Unter­nehmens beigetragen hat. Unter­nehmer sollen ihre Leistungs­ein­schätzung gut begründen und genau zuhören, wie der Gesprächs­partner seinen Beitrag empfindet. Manche Mitar­beiter reden ihre Leistung klein. Ihnen sollte der Unter­nehmer sagen, wie gut sie sind. Diese Wertschätzung wirkt motivierend, unabhängig von der konkreten Gehalts­er­höhung.

Persön­liche Wünsche: Im Gehalts­ge­spräch geht es nicht nur um Geld. Deshalb ist es wichtig, den Mitar­beiter etwa danach zu fragen, wie er seine Position im Betrieb sieht. Oder welche Aufgaben er künftig gerne übernehmen würde. Manche Gesprächs­partner würden sich über eine Betriebs­kantine freuen, andere lieber ein paar Stunden weniger arbeiten, weil sie Angehörige betreuen müssen. Wer für solche Themen ein offenes Ohr hat, findet meistens indivi­duelle Lösungen, die einen Mitar­beiter vielleicht ebenso motivieren wie mehr Geld. Hier spielt neben steuer­freien Extras häufig mehr Flexi­bi­lität bei der Arbeitszeit oder das Angebot von Home-Office eine Rolle.

Nach Gehalts­ge­spräch das Er­geb­nis fest­halten

Perspek­tiven: Lehnt der Unter­nehmer den Gehalts­wunsch eines Mitar­beiters im Gehalts­ge­spräch ab, sollte er dies gut begründen, statt Floskeln zu verwenden – und Perspek­tiven aufzeigen. In einer wirtschaftlich angespannten Lage könnte er mehr Gehalt etwa an höhere Betriebs­ge­winne oder bessere Zahlen in einer Abteilung koppeln. Unter­nehmer und Mitar­beiter sollten gemeinsam eine Lösung beispiels­weise in Form einer stufen­weisen Gehalts­er­höhung finden, die an konkreten Zielver­ein­ba­rungen hängt. Dabei sollte die sogenannte SMART-Formel zum Einsatz kommen: Die verein­barten Ziele müssen spezi­fisch, messbar, attraktiv, realis­tisch sowie zeitlich termi­niert sein. Wachs­weich formu­lierte Absichts­er­klä­rungen helfen nicht weiter.

Ergebnis: Das Verhand­lungs­er­gebnis aus dem Gehalts­ge­spräch – sei es mehr Geld pro Monat, ein Dienst­wagen, ein Zuschuss oder die Verein­barung, bei Zieler­rei­chung den Betrag x zu erhalten – sollte der Firmenchef seinem Gesprächs­partner auch schriftlich bestä­tigen. Gerne ergänzt um eine Formu­lierung, aus der hervorgeht, dass der Unter­nehmer seinen Mitar­beiter als wertvolles Mitglied im Team betrachtet. Auch so eine Aussage kann zusätzlich motivieren.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Heraus­geber: DATEV eG, Nürnberg

This is a unique website which will require a more modern browser to work! Please upgrade today!