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Gehalts­extras im Un­ter­neh­men rich­tig einsetzen

Steuer­freie Ar­beit­ge­ber­zu­schüs­se und Sach­bezüge hel­fen, Fach- und Füh­rungs­kräf­te zu ge­win­nen und zu bin­den. Denn Arbeit­nehmer ha­ben netto meist mehr von Ge­halts­extras, wie Ge­sund­heits­leis­tun­gen oder Benzingut­schei­nen, als von einer nor­ma­len Ge­halts­er­hö­hung.

Text: DATEV


Gesundheit geht vor – auch auf der Arbeit. Aus diesem Grund können Chefs ihren Mitar­beitern Gehalts­extras in Form einer Gesund­heits­för­derung wie Rückenfit, Yoga oder Nicht­rau­cher­kurse spendieren. Damit Angestellte künftig noch mehr von Fitness im Betrieb profi­tieren können, plant der Gesetz­geber, den Freibetrag für die ohnehin schon steuer­be­güns­tigten Leistungen auf 600 Euro pro Jahr und pro Arbeit­nehmer anzuheben.

Wichtige Gehalts­extras im Überblick

So mancher Chef belohnt und motiviert seine Angestellten nicht mit einer Gehalts­er­höhung, sondern mit Sachleis­tungen. Das hat Vorteile. Denn viele der sogenannten Sachbezüge sind steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Ein Sachbezug liegt vor bei

• jeder Einnahme, die nicht in Geld besteht,

• einer Zahlung an den Arbeit­nehmer, die mit der Auflage verbunden ist, den Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu nutzen,

• einem Waren­gut­schein mit einem Höchst­betrag.

Umgekehrt gilt, dass kein Sachbezug vorliegt, wenn der Arbeit­nehmer anstelle des Sachbezugs den Anspruch hat, dass ihm der Lohn ausge­zahlt wird.

Wichtige geld­wer­te Vor­tei­le bei Ge­halts­ex­tras

Aufmerk­sam­keiten: Zum Geburtstag eines Mitar­beiters oder einem anderen beson­deren persön­lichen Anlass – etwa einem Jubiläum – darf der Chef eine Aufmerk­samkeit überreichen. Solche Geschenke sind bis zur Freigrenze von 60 Euro steuerfrei.

Essens­zu­schüsse: Vor allem kleine Unter­nehmen leisten sich häufig keine Kantine. Daher sind Essens­zu­schüsse eine inte­ressante Alter­native – und zudem steuerlich begünstigt. Die Varianten reichen von Restau­rant­schecks bis zur digitalen App. Essens­zu­schüsse werden außerhalb des Betriebs nicht nur in Gaststätten, System­gastronomie oder Steak­häusern akzep­tiert. Auch in Super­märkten und anderen Lebens­mit­tel­ge­schäften können sich Mitar­beiter für die Mittags­pause versorgen. Seit 2019 ist pro Arbeitstag ein Steuer­bonus von bis zu 6,40 Euro für ein Mittag­essen möglich.

Fitness: Gesund­heits­vor­sorge und Sucht­vor­beugung zählen ebenfalls zu den steuer­be­güns­tigten Gehalts­extras. Egal, ob Grippe­schutz­impfung, Massage oder Antistresskurs: Hier können Chefs ihren Mitar­beitern Leistungen im Wert von bis zu 500 Euro pro Jahr steuer- und sozial­ver­si­che­rungsfrei zukommen lassen. Der Gesetz­geber plant außerdem eine Erhöhung auf 600 Euro, voraus­sichtlich ab Veran­la­gungs­zeitraum 2021.

Gutschein und Tank­kar­te als Ge­halts­extra

Gutscheine und Tankkarten: Mit spezi­ellen Scheck­karten können Angestellte bei verschie­denen Anbietern einkaufen, also nicht nur bei Tankstellen, sondern auch in Kaufhäusern oder Inter­net­shops. Diese Mitar­bei­ter­Cards lädt der Arbeit­geber monatlich mit einem bestimmten Betrag auf. Die Angestellten können sie dann nach Belieben einsetzen. Diese klassi­schen Sachbezüge sind steuerfrei – aller­dings nur bis zu einer Freigrenze von 44 Euro pro Monat. Wird die Freigrenze überschritten, muss die Gesamt­summe besteuert werden. Außerdem ist der komplette Betrag dann sozial­ver­si­che­rungs­pflichtig.

Jobticket: Seit Anfang 2019 sind Leistungen des Arbeit­gebers für den öffent­lichen Verkehr steuer- und sozial­ver­si­che­rungsfrei. Ob Strei­fen­fahr­karte, Monatsabo oder Ermäßi­gungs­karten wie die Bahncard: Der Gesetz­geber will damit Arbeit­nehmer motivieren, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Derzeit werden die steuer­freien Leistungen noch auf die Entfer­nungs­pau­schale angerechnet. Auch hier dürfte es zum Jahres­wechsel weitere Erleich­te­rungen geben, indem Arbeit­geber künftig Jobti­ckets pauschal versteuern können.

Steuer­freie Ar­beit­ge­ber­zu­schüs­se für Kin­der­betreuung

Kinder­be­treuung: Bei den Ausgaben für die Kinder­be­treuung kann der Arbeit­geber seinen Mitar­beitern finan­ziell zur Seite stehen mit einem Zuschuss für Kinder­garten, Krippe oder Tages­mutter. Voraus­setzung: Das Kind ist noch nicht schul­pflichtig. Aber auch bei älteren Kindern ist es möglich, Eltern unter die Arme zu greifen: Wenn der Babysitter kurzfristig einspringen muss, kann sich der Arbeit­geber mit einem steuer­freien Extra betei­ligen – und das auch bei schul­pflich­tigen Kindern bis 14 Jahre. Bis zu 600 Euro im Jahr dürfen Arbeit­geber für diese kurzfristig erfor­der­lichen Betreu­ungs­leis­tungen hinzu­schießen.

Perso­nal­rabatt: In vielen Betrieben können Mitar­beiter Produkte aus dem eigenen Sortiment kaufen oder Dienst­leis­tungen erhalten, die das Unter­nehmen am Markt anbietet. Perso­nal­ra­batte sind bis zu einem Jahres­frei­betrag von 1.080 Euro steuerfrei.

Auch fürs Internet gibt es Gehalts­extras

Smart­phone und Co.: Handy und PC, Tablet oder Software-Zubehör darf der Arbeit­geber seinem Mitar­beiter steuer- und sozial­ver­si­che­rungsfrei überlassen. Das Gerät muss aber Eigentum des Arbeit­gebers bleiben. Steuer­pflichtig wird die Elektronik erst dann, wenn dem Angestellten die Geräte überlassen werden – aller­dings können Arbeit­geber dies pauschal abgelten. Außerdem ist ein steuer­freier Zuschuss zu den Inter­net­kosten erlaubt. Das Finanzamt akzep­tiert einen monat­lichen Betrag bis zu 50 Euro. Für den Mitar­beiter ist der Betrag steuer- und sozial­ver­si­che­rungsfrei. Der Arbeit­geber kann die Summe pauschal versteuern.

Vermö­gens­be­tei­ligung: Für Anteile am eigenen Unter­nehmen darf der Arbeit­geber einen Vorzugs­preis gewähren. Der geldwerte Vorteil – also der Unter­schied zum tatsäch­lichen Wert der Aktie – ist in diesem Fall bis zu einer Summe von 360 Euro steuer- und sozial­ab­ga­benfrei.

Beihilfen: Arbeit­geber dürfen ihren Angestellten finan­ziell unter die Arme greifen – etwa, wenn ein belas­tendes Ereignis einge­treten ist. In solchen Fällen können Sie als Chef eine steuer- und sozial­ver­si­che­rungs­freie Beihilfe von bis zu 600 Euro pro Jahr auszahlen, zum Beispiel, wenn Famili­en­an­ge­hörige zu pflegen sind oder der Mitar­beiter durch Hochwasser oder Feuer Vermögen verloren hat.

Dienst­fahrrad als Ge­halts­ex­tra

Dienst­fahrrad: Arbeit­nehmer können ein Fahrrad oder E-Bike vom Chef erhalten, ohne den geldwerten Vorteil versteuern zu müssen. Voraus­ge­setzt, der Arbeit­geber stellt das Rad zusätzlich zum normalen Lohn zur Verfügung. Für Räder, die zwischen 2019 und 2021 angeschafft werden, greifen zusätz­liche Steuer­ver­güns­ti­gungen auch dann, wenn der Angestellte das Dienstrad in Form einer Gehalts­um­wandlung erhält. Arbeit­nehmer müssen dann nur den halben Brutto­lis­ten­preis des Rads als geldwerten Vorteil versteuern.

Welche Sachleis­tungen und Gehalts­extras für Ihr Unter­nehmen passen und wie sie steuerlich behandelt werden, besprechen Sie am besten


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Heraus­geber: DATEV eG, Nürnberg

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