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Gute Ideen für Wer­be­ge­schen­ke sind nur der erste Schritt

Oft ist es schon schwierig, gu­te Ideen für Wer­be­ge­schen­ke zu fin­den. Und dann soll noch die ge­sam­te Wer­be­prä­sent­stra­te­gie durch­dacht sein. Aber oh­ne Rück­spra­che mit An­walt und Steu­er­be­ra­ter dro­hen hier viele Fal­len, vom Kor­rup­tions­ver­dacht bis zu Steu­er­nach­forderungen.

Text: Frank Wiercks


Die Auflistung klingt wie eine Ansammlung banaler Alltags­ge­gen­stände: Schreib­geräte, Notiz­bücher, Kalender, USB-Sticks, Power­banks, Tassen, Taschen, Textilien, Flaschen­öffner, Süßwaren, Werkzeuge, Regen­schirme, Feuer­zeuge, Schlüs­sel­an­hänger, Freizeit­ar­tikel, Wellness­ar­tikel. Tatsächlich handelt es sich um Werbe­ar­tikel, deren Beliebtheit der Gesamt­verband der Werbe­ar­tikel-Wirtschaft (GWW) für den Werbe­ar­tikel-Monitor 2019 abgefragt hat. Und deren Effizienz er in der Werbe­ar­tikel-Wirkungs­studie 2019 analy­siert. Das verblüf­fende Ergebnis: Fast jeder Deutsche besitzt solche Artikel. Und 90 Prozent nutzen sie – etwa zwei Drittel bereits länger als ein Jahr. Werbe­ge­schenke sind offen­kundig ein Erfolg verspre­chendes Instrument beim Buhlen um die Aufmerk­samkeit der Kunden oder beim Pflegen der Bezie­hungen zu Geschäfts­partnern. Und anscheinend zeichnet gute Ideen für Werbe­ge­schenke nicht nur aus, dass sie ungewöhnlich sind. Richtig gemacht, können konven­tio­nelle Give-aways laut GWW-Studie beim Empfänger ebenso punkten wie Trend­pro­dukte. Was aber nicht bedeutet, dass es reicht, ohne großes Nachdenken einfach 08/15-Werbe­prä­sente zu nutzen. Denn wer Werbe­ge­schenke aus pfiffigen Ideen entwi­ckelt und gekonnt übergibt, macht letztlich einen nachhal­ti­geren Eindruck.

Bei Ideen für Wer­be­ge­schen­ke öko­lo­gisch denken

Jedem Unter­nehmer dürfte klar sein, dass Ideen für Werbe­ge­schenke aktuellen Trends folgen. Wer gut ankommen will, setzt daher auf eine Kombi­nation aus Trend­scouting und Nutzwert. Öko etwa steht bei Werbe­prä­senten derzeit hoch im Kurs. „Der Trend zur Nachhal­tigkeit und zu quali­tativ hochwer­ti­geren Produkten ist eindeutig“, so Michael Freter bei der Werbe­ar­ti­kel­messe PSI 2018. Dort präsen­tierte der PSI-Geschäfts­führer ein Branchen­ba­ro­meter. Demnach hatten 90 Prozent der befragten Werbe­ar­ti­kel­lie­fe­ranten und Händler zerti­fi­zierte oder nachweislich nachhaltige Produkte im Sortiment. Bei jedem zweiten übertraf der Anteil nachhal­tiger Produkte am Gesamt­sor­timent 30 Prozent. Werbe­ge­schenke bestehen zunehmend aus nachhal­tigem Material wie Holz, Textilien oder recycel­barem Plastik. Außerdem erklärte das Online­ma­gazin „foerderland.de“ zum Trend: „Give-aways werden 2019 zu Hapticals, die das Branding eines Unter­nehmens oder eines Produkts direkt erfahrbar machen.“ Wer Ideen für angesagte Werbe­ge­schenke sucht, sollte also Richtung Öko denken – es gibt sogar einen Nachhal­tig­keits-Preis. Aber er darf keines­falls vergessen, dass zur Geschenk­stra­tegie noch mehr gehört.

Messen und Spe­zial­agen­tu­ren lie­fern Anregungen

Unter­nehmer können sich bei Messen und Spezi­al­agen­turen infor­mieren, was gerade angesagt ist an kleinen Aufmerk­sam­keiten für Geschäfts­partner. Für viele Betriebe sind Werbe­ge­schenke ein wichtiger Bestandteil im Marke­tingmix. Sie gaben dafür 2018 laut GWW 3,6 Milli­arden Euro aus. Bei Firmen mit bis zu 50 Mitar­beitern macht dieser Posten den Großteil des Budgets für Werbung und Kommu­ni­kation aus. Besonders gut einge­setzt ist dieses Geld natürlich, wenn Werbe­ge­schenke durch gute Ideen zum Image- und Sympa­thie­träger werden. Aber die Suche nach dem Auffäl­ligen, Außer­ge­wöhn­lichen, Indivi­du­ellen ist nicht einfach. Bei Messen etwa sind oft immer noch bevorzugt sogenannte Streu­ar­tikel im Einsatz: konven­tionell, aber durchaus wirkungsvoll. Besser um Aufmerk­samkeit buhlen lässt sich jedoch mit Präsenten, die Fantasie oder ein konkreter Bezug zu Produkt bezie­hungs­weise Zielgruppe auszeichnet. Wobei das nicht automa­tisch teurer sein muss. Wie wäre es etwa mit Wimpern­tusche statt einem Kugel­schreiber? Aber was immer Sie in Sachen Werbe­ge­schenke tun: Machen Sie es mit einem Plan.

Top-Ten-Geschenke

Strategie für Wer­be­ge­schen­ke festlegen

Pfiffige Ideen und geeignete Anlässe zur Übergabe von Werbe­ge­schenken finden sich genug. Aber immer noch gibt es Firmen­chefs, die einfach einem Mitar­beiter den Werbe­mit­tel­ka­talog geben und sagen: „Such mal was Schönes für die Geschäfts­partner aus.“ Wirklich gute Ideen für Werbe­ge­schenke und stimmige Geschenk­stra­tegien entstehen so selten. Besser ist es, zumindest die große Linie zur Chefsache zu machen. Mit Steuer­be­rater und Rechts­anwalt sollte der Unter­nehmer den finan­zi­ellen sowie recht­lichen Rahmen erkunden, in dem sich Präsente nutzen lassen. Zudem sollte er mit Marke­ting­ex­perten besprechen, welche indivi­duelle Botschaft seinem Unter­nehmen nachhaltig Aufmerk­samkeit bringt. Darauf sollten die Give-aways abgestimmt sein. Gute Ideen für Werbe­ge­schenke sind nicht nur mit Blick auf das konkrete Produkt wichtig, das das Gegenüber erhält. Sondern ebenso mit Blick auf die Aussagen, die es symbo­lisch und auch ganz praktisch in Form einer Aufschrift trans­por­tiert. So eine Geschenk­stra­tegie umfasst sieben Schritte und sollte regel­mäßig auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Anlass und Ziel der Wer­be­prä­sen­te überprüfen

Bestands­auf­nahme: Wie viel Geld haben in der Vergan­genheit welche Arten von Werbe­prä­senten gekostet? Wer hat zu welchem Anlass was bekommen? Stellen Sie den Betrag in Relation zu messbaren Ergeb­nissen in Form von Neu- und Folge­auf­trägen oder erhöhter Bekanntheit. Haben diese Aktivi­täten etwas gebracht oder gilt die Schluss­fol­gerung „Außer Spesen nichts gewesen“?

Zielsetzung: Welchem Zweck soll der Einsatz von Werbe­ge­schenken künftig dienen? Das Unter­nehmen als Marke positio­nieren, ein bestimmtes Produkt präsen­tieren, sich durch unkon­ven­tio­nelle Maßnahmen generell ins Gespräch bringen? Je nach Absicht bieten sich unter­schied­liche Werbe­prä­sente an, vom Dauer­brenner Kugel­schreiber bis zum Sympa­thie­träger Kuscheltier.

Anlass: In welchen Situa­tionen bezie­hungs­weise auf welchen Wegen sollen die Präsente ihre Empfänger erreichen? Bilden Sie verschiedene Kategorien von Geschenken. Für den Messe­stand könnten sich eher Streu­ar­tikel anbieten, für persön­liche Treffen hochwer­tigere Dinge wie ein robuster Rucksack oder eine elegante Powerbank – mit dezentem Logo, vom Empfänger aber auch privat nutzbar und deshalb mit einer gewissen Einsatz­ga­rantie versehen.

Ideen für Wer­be­ar­ti­kel mit Ex­per­ten besprechen

Passende Präsente: Nutzen Sie Anregungen von Mitar­beitern, aber auch Werbe­agen­turen, um Ideen für Werbe­ge­schenke zu finden, die zum Unter­nehmen oder Produkt passen. Hier gilt es, sich – auch unter Kosten­aspekten – nicht zu verzetteln. Besser ist es, eine überschaubare Anzahl unter­schied­licher Werbe­prä­sente in ausrei­chend hoher Stückzahl zu ordern, damit sie möglichst günstig bleiben. Entwerfen Sie außerdem für wertigere Präsente, die persönlich überreicht werden, eine kleine Geschichte zu ihrer Entstehung oder Bedeutung. Sie und Ihre Mitar­beiter sollten diese Botschaften als Teil des Story­tel­lings bei der Übergabe quasi mitliefern. Richtig gemacht, wirkt das authen­tisch und sympa­thisch. Außerdem bleiben kleine Anekdoten bei vielen Gesprächs­partnern in Erinnerung.

Hilfreiche Dienst­leister: Tauschen Sie sich mit Experten in Sachen Werbe­mittel aus. Dazu zählt nicht nur eine Agentur, die Produkte mit aussucht, gestaltet oder die Herstellung organi­siert und deshalb die meisten Trends kennt. Reden Sie auch mit Anwalt und Steuer­be­rater über mögliche neue Rahmen­be­din­gungen oder Urteile zu geschäft­lichen Geschenken.

Regel­mäßig Wirk­sam­keit der Prä­sen­te hinter­fragen

Projekt­ver­ant­wort­licher: Machen Sie grund­sätz­liche Entschei­dungen über die Geschenk­stra­tegie zur Chefsache, aber verzetteln Sie sich nicht im Klein-Klein von Design und Auswahl. Benennen Sie einen Verant­wort­lichen, der sich konti­nu­ierlich um das Thema kümmert. Er sollte Sie recht­zeitig erinnern, dass wieder grund­le­gende Fragen zu klären sind. Wichtig ist, die Zustän­digkeit für Werbe­ge­schenke nicht vom einen zum anderen zu schieben, bis sie schließlich beim Prakti­kanten landet.

Controlling: Hinter­fragen Sie regel­mäßig, ob sich der Einsatz der aktuellen Werbe­prä­sente lohnt oder Verbes­se­rungs­bedarf besteht. Fragen Sie zur Erfolgs­kon­trolle bei ausge­wählten Kunden, wie gut welche Präsente ankommen. Erkun­digen Sie sich auch bei Ihren Mitar­beitern, was besonders gut ankommt und was sich zum Laden­hüter entwi­ckelt. Jene Artikel, die die eigenen Beschäf­tigten gar nicht mehr mitnehmen, sollten schnell aussor­tiert werden.

Unter­nehmer sollten – ausgehend von der aktuellen Bestands­auf­nahme – regel­mäßig die Ziele und Umsetzung ihrer Geschenk­stra­tegie überprüfen. Stimmen die Ergeb­nisse nicht mehr, ist es Zeit für neue Ideen für Werbe­ge­schenke.

Gute Ideen für Wer­be­ge­schen­ke finden

Eigentlich sind gute Ideen für Werbe­ge­schenke naheliegend – man kopiert erfolg­reiche Konzepte oder entwi­ckelt aus eigenen Produkten ein neues. Zwanghaft Auffäl­liges auf die Beine stellen zu wollen, ist aber nicht automa­tisch die beste Lösung. Durchaus beliebt sind bei Empfängern von Werbe­prä­senten auch wenig aufre­gende, aber nützliche Give-aways. Laut einer Umfrage von YouGov liegen im Ranking der belieb­testen Werbe­ge­schenke technische Gadgets wie USB-Sticks, Power­banks oder USB-Hubs vorn. Auch Klassiker wie Regen­schirme oder Kugel­schreiber sind gern gesehene Zuwen­dungen. „deutsche-startups.de“ betont, dass solche Ideen für Werbe­ge­schenke nicht schlecht sein müssen, wenn die Präsente pfiffig reali­siert sind. Eine Tasse mit aufge­drucktem Foto fällt mit entspre­chender Botschaft sicher auf, und schon die Tassenform könne Akzente setzen: „Nie mehr den Löffel vergessen kann der Beschenkte mit einer Tasse, bei der das Besteck im Henkel seinen Platz findet.“ Alles andere als Standard sei auch ein Duftka­lender, der jeden Monat mit einer neuen Überra­schung für die Sinne aufwartet.

Unterschied­li­che Ge­schen­ke für di­ver­se Kun­den­gruppen

Konven­tio­nelle Ideen für Werbe­ge­schenke können also genau das Richtige sein. Aller­dings muss das Konzept gut durch­dacht werden, damit es zum Unter­nehmen passt und sich punkt­genau umsetzen lässt. Will sagen: Der Kugel­schreiber als Streu­ar­tikel für die Messe kann durchaus richtig sein. Er sollte aber erstens das Firmenlogo oder eine bestimmte Botschaft eindeutig trans­por­tieren, ohne aufdringlich zu wirken. Zweitens von guter Qualität sein, denn nichts ärgert Empfänger mehr als Werbe­ge­schenke, die nach wenigen Einsätzen kaputt­gehen. So etwas beschädigt auch das Image des Unter­nehmens, von dem das Give-away stammt. Drittens sollte das Produkt nachhaltig sein. Im Fall des Kugel­schreibers würde sich beispiels­weise anbieten, die Mine in eine Papphülle zu stecken statt in eine Plastik­röhre. Mit diesem Ansatz lässt sich quasi wie mit einer Check­liste jede Idee für Werbe­ge­schenke darauf prüfen, ob sie funktio­niert. Noch besser ist natürlich eine indivi­duelle Mischung aus Produkt und Botschaft nach folgenden Prinzipien.

Top-Ten-Firmengeschenke

So erzie­len Give­-aways höchst­mög­li­che Auf­merksamkeit

Sympa­thie­träger etablieren: Präsen­tieren Sie Ihr Unter­nehmen überra­schend und sympa­thisch. Die Romold GmbH im Surheim produ­ziert Kunst­stoff­schächte zur Wasser­ent­sorgung – und spielt bei Werbe­prä­senten mit dem Image der „Kanal­ratte“. Ein Stofftier in den Hausfarben Schwarz-Grün mit großen Knopf­augen und hängenden Barthaaren dient als Maskottchen und Vorlage für Werbe­mittel. Selbst Geschäfts­partner des Unter­nehmens tragen gerne Krawatten mit der Ratte.

Produkt­de­tails präsen­tieren: Verwenden Sie Teile aus der Fertigung für pfiffige Werbe­ge­schenke. Intel hat früher Teile aus dem Ausschuss der Pentium-Chip-Produktion in Acryl-Schlüs­sel­an­hänger einge­bettet,
heute von Fans gesuchte Sammler­ob­jekte. Das gilt auch für Brief­be­schwerer aus dem für Audi typischen Aluminium, ein Werbe­mittel für bestimmte Modell­reihen.

Botschaft formu­lieren: Nutzen Sie anlässlich eines spezi­ellen Kunden­kon­takts besondere Werbe­ge­schenke. Nach Rekla­ma­tionen könnte eine Stoff-Hexe mit der Botschaft „Die Fehlerhexe, die als Ursache gefunden wurde“ Sympathie wecken. So passend wie praktisch wäre ein mit Firmenlogo verse­hener Schirm, überreicht mit der Zusage: „Wir lassen Sie bei Rekla­ma­tionen nicht im Regen stehen“.

Die Über­ga­be der Wer­be­­ar­ti­kel planen

Beein­flusst werden Ideen für Werbe­ge­schenke nicht nur vom Produkt und der Zielgruppe, sondern auch vom konkreten Anlass des Einsatzes. Diese drei Aspekte sollten aufein­ander abgestimmt sein.

Anlass: Zum Einsatz kommen Werbe­ge­schenke unter verschie­denen Rahmen­be­din­gungen. Etwa bei öffent­lichen Veran­stal­tungen wie Messen, Konfe­renzen, gespon­sorten Events. Oder bei indivi­du­ellen Gesprächen zur Beratung sowie am Point-of-Sale. Das Präsent sollte mit Botschaft und Wertigkeit zum Anlass passen. Reichen bei einem normalen Messe­stand vielleicht noch kleine Artikel zur allge­meinen Erinnerung, darf das Give-away beim imposanten Auftritt bei einer Leitfach­messe gerne etwas größer sein. Bekommt ein Inter­essent beim Erstkontakt nur den einfachen Kugel­schreiber, sollte es bei einem Stamm­kunden nach dem Beratungs­ge­spräch vielleicht ein hochwer­ti­gerer Füllfe­der­halter sein. Hier ist ein gewisses Finger­spit­zen­gefühl beim Planen erfor­derlich, um die richtige Balance aus zu billig/zu teuer und unpersönlich/zu persönlich zu finden.

Besser per­sön­li­ches An­schrei­ben als Gra­vur auf Füller

Situation: Wird das Präsent bei einer Großver­an­staltung genutzt, im persön­lichen Kontakt oder verschickt? Die Wirkung des Präsents hängt daran, ob die Art der Übergabe zur Situation passt. Am besten ist die persön­liche Übergabe, etwa beim Kunden­besuch oder einer Messe. Ein netter Smalltalk verleiht dann dem Give-away eine besondere Note. Beim Postversand ist zu klären, wie eine indivi­duelle Note bei der Verpa­ckung oder ein persön­liches Anschreiben die Wirkung verstärkt. Lieblos einge­tütete Sendungen mit Standard­an­schreiben kommen selten gut an.

Perso­na­li­sierung: Grund­sätzlich lassen sich Werbe­ge­schenke indivi­duell auf den Empfänger abstimmen, etwa durch die Gravur seines Namens auf einen Füllfe­der­halter. Aller­dings sollte gut überlegt werden, wann das sinnvoll ist. Ein persön­liches Anschreiben – bei Postsen­dungen – wirkt immer und wird nicht weiter­ge­geben. Ein auf ihn indivi­dua­li­siertes Präsent kann der Empfänger nicht einfach jemand anderem vermachen, falls er es nicht verwenden will. Dann landet das Werbe­ge­schenk eventuell in einer Schublade und entfaltet nirgends seine Wirkung.

Steuer­regeln für Wer­be­ge­schen­ke beachten

Die eigenen Kosten als Betriebs­aus­gaben ansetzen und dem Geschäfts­partner ersparen, dass er ein Präsent als geldwerten Vorteil versteuern muss: Diese Ziele gehören zum steuer­recht­lichen Kern einer Geschenk­stra­tegie. Hier sollte kein Firmenchef ohne Rücksprache mit dem Steuer­be­rater handeln, weil sich die gesetz­lichen Vorgaben immer mal wieder ändern. Oder weil Gerichts­ur­teile zu einer verän­derten Auslegung der Paragrafen führen.

Steuerlich absetzbar sind Präsente an einen Kunden oder Geschäfts­partner, deren Wert den Betrag von 35 Euro netto nicht übersteigt. Mehrere Zuwen­dungen innerhalb eines Jahres werden addiert und dürfen die Obergrenze nicht überschreiten. Damit der Empfänger auf diese „Einnahmen“ keine Steuern schuldet, sollte der Schen­kende eine Pauschal­steuer von 30 Prozent ans Finanzamt abführen. Die Übernahme der Pauschal­steuer wird nicht als weiteres steuerlich relevantes Präsent gewertet.

Als Entnahme aus dem Betriebs­ver­mögen gelten Präsente mit einem Wert von über 35 Euro, sie lassen sich nicht als Betriebs­ausgabe absetzen und sind vom Unter­nehmer als Gewinn zu versteuern.

Pauschal­steuer für den Emp­fän­ger über­nehmen

Ohne Wertgrenze verschenken lassen sich Präsente, die der Geschäfts­partner ausschließlich für betrieb­liche Zwecke einsetzen kann. Wer einem Kunden etwa ein Compu­ter­pro­gramm spendiert, das nur für beruf­liche Tätig­keiten nutzbar ist, kann über 35 Euro ausgeben.

Eine Dokumen­tation ist erfor­derlich, um die Anerkennung von Geschenken im Wert von bis zu 35 Euro als Betriebs­aus­gaben beim Finanzamt durch­zu­bringen. Hierfür muss eine Liste über die jewei­ligen Empfänger geführt werden. Ausnahmen greifen nur für sogenannte Streu­ar­tikel mit einem Wert von unter zehn Euro pro Stück, beispiels­weise Kugel­schreiber oder USB-Sticks. Solche Zuwen­dungen müssen weder der Schen­kende noch der Empfänger versteuern, weil sie nicht als geldwerter Vorteil gelten.

Steuer­be­rater-Tipps machen eine Geschenk­stra­tegie rechtlich wasser­dicht. Der Steuer­be­rater sorgt dafür, dass die steuer­lichen Details beachtet werden. So gelten etwa besondere Regeln für Präsente an Empfänger im Ausland. Deshalb ist es empfeh­lenswert, sich regel­mäßig mit Experten auszu­tau­schen. Ohne diese Rücksprache könnten selbst die besten Ideen für Werbe­ge­schenke nach hinten losgehen.

Bei Werbe­­prä­sen­ten an Compliance denken

Meistens sagt einem schon der gesunde Menschen­ver­stand, dass ein Werbe­schenk übertrieben ist: Das Set neuer Golfschläger als Geburts­tags­ge­schenk für den Leiter Einkauf eines Großkunden lässt sich bestimmt nicht als Kleinigkeit abtun. Manchmal aller­dings geht es bei der Einschätzung von Wertigkeit, Überga­be­si­tuation oder den Formu­lie­rungen im Begleit­brief um Nuancen. Gerade wenn unkon­ven­tio­nelle Ideen für Werbe­ge­schenke mit Pfiff dazu führen, dass ein Präsent wirklich ungewöhnlich ist. Oder wenn ein Geschenk vorder­gründig keinen hohen Wert hat, ideell aber unbezahlbar ist: Ein Sport- oder Konzert­ticket etwa kann immate­riell viel mehr wert sein als die aufge­druckten 30 Euro, falls die begehrte Veran­staltung seit Monaten ausver­kauft ist. Sprechen Sie deshalb regel­mäßig mit Ihrem Anwalt über neue Entwick­lungen beim Thema Compliance. Und klären Sie auch Ihre Mitar­beiter über die Tücken des Themas auf – am besten im Rahmen einer Compliance-Strategie für Werbe­ge­schenke

Präsent-Richt­­li­nien an­de­rer Be­trie­be einhalten

Kein Compliance-Verstoß: Wollen Sie Angestellte eines Unter­nehmens mit einer kleinen Aufmerk­samkeit bedenken, müssen Sie sich über die Compliance-Richt­linien des Arbeit­gebers infor­mieren. In vielen Konzernen gelten Limits, die sich an der 35-Euro-Grenze orien­tieren, bis zu der Geschenke als Betriebs­ausgabe absetzbar sind. Manche Behörden bleiben im Kampf gegen Korruption darunter, in München etwa mit einem Höchst­betrag von 25 Euro. Oder es dürfen, etwa bei Cewe, gar keine Präsente angenommen werden.

Kein Luxus: Präsente sollten auch ohne Compliance-Richt­linien im Rahmen bleiben. Das gilt insbe­sondere, wenn der eigene Chef ein Geschenk bekommen soll. Und bei Geschenken für Geschäfts­partner gilt das, um jedweden Verdacht der Korruption oder Bestechung auszu­schließen. Denn man weiß ja nie, wo der Geschäfts­partner später mal arbeitet. Unerwartete Umstände können zu staats­an­walt­schaft­lichen Ermitt­lungen führen, wenn sich etwa der Verdacht einer Vorteils­nahme konstru­ieren lässt. Spätestens seit der frühere EnBW-Vorstandschef Utz Claassen vor der Fußball-Weltmeis­ter­schaft 2006 in Deutschland sieben Politiker mit WM-Tickets bedachte und ein Verfahren wegen möglicher Korruption folgte, sind auch Bundesliga-Logen sowie Hospi­tality-Pakete ein heißes Thema.

Mit Werbe­ge­schen­ken kei­nen Druck aufbauen

Keine Forderung: Natürlich dürfen Präsente mit einer persön­lichen Botschaft kommen. Die sollte aber allgemein und neutral formu­liert sein. Und das Geschenk nicht mit einer Forderung verbinden, die über den Wunsch auf weitere oder künftige gute Zusam­men­arbeit hinausgeht. Selbst wenn dies rechtlich keine Folgen hätte, wäre es ein Zeichen von schlechtem Stil.

Kein Druck: Eine besondere Gratwan­derung ist das Nachfassen nach Geschäfts­ter­minen, wenn man Kontakte vertiefen oder inten­siver über eine Zusam­men­arbeit reden will. Eine Nachfrage, ob das Geschenk gefallen hat, sollte keines­falls als Erinnerung erscheinen, dass es jetzt Zeit für einen Auftrag ist. Auch hier gilt: Das mag nicht juris­tisch proble­ma­tisch sein, aber es wirft ein schlechtes Licht auf den Schen­kenden.

Umfas­sende Klarheit: Integraler Bestandteil jeder Geschenk­stra­tegie ist der regel­mäßige Austausch mit dem Anwalt, ob die gewählten Präsente oder Formu­lie­rungen noch in Ordnung sind. Neue Urteile oder auch verän­derte Richt­linien in großen Unter­nehmen könnten zu einem Überdenken der Strategie zwingen.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Heraus­geber: DATEV eG, Nürnberg

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