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Verkäufe über Amazon – steuer­liche Risiken

Der Inter­net­handel ermög­licht Unter­nehmen, ihre Waren weltweit anzubieten. Ein besonders geeig­netes Modell stellt der Verkauf der Ware als Market­place-Händler bei Amazon dar.


Viele Händler entscheiden sich dabei für einen Versand durch Amazon (Amazon-FBA). In diesem Fall senden die Händler ihre Produkte an Amazon Logistik­-zentren. Amazon übernimmt anschließend die weiteren Services wie Lagerung, Versand, Bestel­lungs­ver­folgung, Kunden­service und Rücksen­dungen in ganz Europa.

Zudem kann sich der Unter­nehmer für den „Paneu­ro­päi­schen Versand durch Amazon“ entscheiden. Damit kann er in ganz Europa verkaufen, indem der Lager­be­stand automa­tisch unter Berück­sich­tigung der voraus­sicht­lichen Nachfrage auf Logis­tik­zentren in ganz Europa verteilt wird.

Diese Themen­kom­plexe haben umsatz­steu­er­recht­liche Beson­der­heiten, die in diesem Artikel beleuchtet werden.

Umsatz­steu­er­pflicht in Deutschland und Verkauf in der EU

Unter­nehmen in Deutschland sind steuer­pflichtig, wenn sie ihre Ware an Kunden in Deutschland verkaufen und ihr Umsatz die Schwelle von 17.500 Euro überschreitet.

Verkaufen Unter­nehmen ihre Waren in Ländern der Europäi­schen Union, müssen sie sich unter bestimmten Voraus­set­zungen in jedem Land, in dem sie verkaufen, für die Umsatz­steuer regis­trieren. Die Regis­trierung ist erfor­derlich, wenn die Liefer­menge in ein Land die Liefer­schwelle überschreitet. Die Liefer­schwellen betragen zwischen 35.000 (z. B. Öster­reich) und 100.000 Euro (z. B. Nieder­lande).

Grund­sätzlich ist Umsatz­steuer für Liefe­rungen an das zuständige Finanzamt im Inland abzuführen (Ursprungsland der Lieferung). Dieser Grundsatz gilt bei grenz­über­schrei­tenden Waren­lie­fe­rungen an Privat­kunden in der EU jedoch nur beschränkt. Überschreiten nach der „Versand­han­dels­re­gelung“ die Umsätze einen bestimmten Schwel­lenwert (Liefer­schwelle), verlagert sich der Ort der Lieferung in das Land, in dem der Kunde sitzt (Bestim­mungsland). Der Umsatz, mit dem die Liefer­schwelle überschritten wird, sowie alle folgenden Umsätze werden im Bestim­mungsland besteuert.

Paneu­ro­päi­scher Versand durch Amazon

Hat sich ein Unter­nehmer für den paneu­ro­päi­schen Versand durch Amazon entschieden, kommt es durch die Umlagerung von Ware in ein EU-Ausland zur Registrie­rungspflicht im Lagerland. Amazon nutzt Lager in Polen, Tsche­chien, Frank­reich, Spanien, Italien und Großbri­tannien.

Die Umlagerung ist als inner­ge­mein­schaft­liches Verbringen im Abgangs- und Empfangsland in der „Zusam­men­fas­senden Meldung“ zu erklären. Die Bewegung der Ware in das auslän­dische Amazon-Lager aus Deutschland ohne eine auslän­dische Umsatz­steuer-Identi­fi­ka­ti­ons­nummer löst andern­falls deutsche Umsatz­steuer aus.

Umsatz­steuer bei Lieferung aus dem Amazon-Lager im Ausland an den privaten Endkunden

Nach dem europaweit harmo­ni­sierten Umsatz­steu­er­system kommt es darauf an, von welchem Ort aus die Ware an den Kunden versandt wird. Die Umsatz­steuer ist bei Versand­händlern in dem Land zu zahlen, wo die Ware lagert. Folge der Lagerung der Produkte im Ausland ist mithin eine Umsatz­steu­er­re­gis­trierung nach örtlichem Recht. Zudem unter­liegt der Verkauf dieser Produkte dem im Lagerland geltenden Steuer­recht.

Versendet Amazon die Ware z. B. aus dem Lager in Polen, unter­liegt diese Lieferung grund­sätzlich – zumindest bis zum Überschreiten der deutschen Liefer­schwelle – der polni­schen Umsatz­steuer (23 %). Hier besteht jedoch die Möglichkeit, auf die Anwendung der Liefer­schwelle zu verzichten. Der Händler unter­wirft sich damit freiwillig der Umsatz­steuer des Landes, in welches er liefert.

Fazit

Der Inter­net­handel bietet vielen Unter­nehmen riesige Märkte. Steuer­lichen Stolper­steinen sollte jedoch unbedingt ausge-wichen werden.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


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