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Bei Präsenten und Feiern stets an den Fiskus denken

Gut geplant, sind Geschenke für Geschäfts­partner oder Betriebs­feste für Mitar­beiter steuerfrei und die Kosten eine Betriebs­ausgabe. Details wie etwa Pauschal­steuern sollte der Steuer­be­rater klären.


Text: Midia Nuri


Es klang nach einer schlechten Nachricht für Unter­nehmer: Wer einem Geschäfts­freund ein Präsent überreicht und zugleich die fällige Pauschal­steuer für den Beschenkten übernimmt, mache ihm quasi ein zweites Geschenk, urteilte unlängst der Bundes­fi­nanzhof (BFH). Die obersten Finanz­richter meinten, der Wert des Geschenks und die übernommene Steuer­schuld müssten addiert werden. Überschreite die Summe dann die für solche Zuwen­dungen geltende Höchst­grenze von 35 Euro, sei kein Abzug als Betriebs­ausgabe möglich. Gerade mit Blick auf die Wahl der Weihnachts­prä­sente für das kommende Fest blieben Firmen­chefs darum scheinbar nur drei Alter­na­tiven: deutlich billigere Geschenke aussuchen, damit inklusive 30 Prozent Pauschal­steuer der Wert unter 35 Euro bleibt; auf den Abzug als Betriebs­ausgabe verzichten; oder die Versteuerung dem Empfänger überlassen – wofür sich jeder Beschenkte sicher herzlich bedanken würde …

Ein Nicht­an­wen­dungs­erlass im Sinne der Unter­nehmer

Jetzt aber kommt Entwarnung vom Bundes­fi­nanz­mi­nis­terium. Das sicherte dem Bund der Steuer­zahler zu, es bleibe trotz des Urteils bei der bishe­rigen Rechtslage. Mal was Neues: Sonst haben sich Finanz­mi­nister eher mit Nicht­an­wen­dungs­er­lassen für unliebsame Urteile hervor­getan, die zu Steuer­aus­fällen geführt hätten. Oder Gesetze sogar rückwirkend geändert, um Einnahmen zu behalten. Diesmal läuft es anders. Zwar wird das Urteil im Bundes­steu­er­blatt veröf­fent­licht und ist damit eigentlich für den Fiskus bindend. Aber eine Fußnote verweist auf das Verwal­tungs­schreiben vom 19. Mai 2015. Dort steht, beim Betriebs­aus­ga­ben­abzug (35-Euro-Grenze) sei weiter nur der Geschenkwert maßgeblich. Unter­nehmer können also die Kosten des Geschenks plus die für den Beschenkten übernommene Pauschal­steuer als Betriebs­ausgabe abziehen. Wichtig ist, den Steuer­be­rater nicht nur über die Ausgabe selbst zu infor­mieren, sondern zudem zu notieren, dass es sich um ein Geschenk handelt – damit er die Pauschal­steuer ansetzen kann.

Immer an Compliance und Korrup­ti­ons­ver­dacht denken

Der unerwartet steuer­zah­ler­freund­liche Schwenk der Regierung kommt recht­zeitig vor Weihnachten. Er dürfte vielen die Bestellung von Firmen­prä­senten erleichtern. Fehlt nur noch die richtige Geschenk­stra­tegie. Und zu der gehört unbedingt die Frage, in welchem Fall eine kleine Aufmerk­samkeit rechtlich zu Problemen führen würde. Unabhängig von der steuer­lichen 35-Euro-Grenze könnten Präsente generell gegen Compliance-Richt­linien im Betrieb des Beschenkten verstoßen – und luxuriöse sogar als Korruption gewertet werden. Hierzu sollten Unter­nehmer im Zweifel ruhig auch ihren Anwalt fragen.

110-Euro-Freibetrag erleichtert Planung von Betriebs­feiern

Rechtlich unbedenklich sind natürlich Präsente an die eigenen Mitar­beiter. Damit die steuer­be­günstigt bleiben, ist aber einiges zu beachten. Der Steuer­be­rater weiß, wie das Schenken sich optimal gestalten lässt. Auch bei Weihnachts­feiern hat bereits 2015 der Bundes­fi­nanz­mi­nister den Firmen­chefs eine große Sorge genommen, indem er die 110-Euro-Freigrenze in einen Freibetrag umwan­delte. Sollte eine Feier jetzt also doch mal etwas teurer sein, wird nicht mehr der ganze Betrag lohnsteuer- und sozial­ab­ga­ben­pflichtig, sondern nur noch der über 110 Euro liegende Anteil. Auch hier hilft der Steuer­be­rater natürlich beim Planen.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de
Heraus­geber: DATEV eG, Nürnberg

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