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Die Berechnung von Beiträgen zur Sozial­ver­si­cherung nach dem „Phantomlohn“

Häufig haben Unter­nehmen Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge aus einem zu geringen Entgelt berechnet. In der Praxis spricht man in diesem Fall von der „Phantom­lohn­falle“. Die Feststellung eines Phantom­lohns stellt einen häufigen Schwer­punkt in der Sozial­ver­si­che­rungs­prüfung dar.


Dieser Artikel erklärt zunächst, was ein Phantomlohn ist, und nennt die wichtigsten Gründe für einen Phantomlohn.

Definition Phantomlohn

Arbeit­nehmer haben aus ihrem Arbeits- oder Tarif­vertrag Anspruch auf Vergütung ihrer Arbeits­leistung. Während im Steuer­recht das sogenannte Zufluss­prinzip gilt – Einnahmen sind demnach in dem Zeitpunkt zugeflossen, in dem der Steuer­pflichtige über sie verfügen kann –, kommt in der Sozial­ver­si­cherung das Entste­hungs­prinzip zur Anwendung.

Hiernach werden Beiträge auf das Arbeits­entgelt bereits dann fällig, wenn der Anspruch des Arbeit­nehmers entstanden ist. Dies gilt unabhängig von der tatsäch­lichen Zahlung. Die Beitrags­an­sprüche der Sozial­ver­si­che­rungs­träger richten sich also nach dem geschul­deten Arbeitslohn. Der Phantomlohn entsteht damit, sobald der Arbeit­nehmer ein höheres Entgelt beanspruchen kann, als er tatsächlich erhalten hat bzw. von dem Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge erhoben worden sind. Wird innerhalb einer Betriebs­prüfung ein Phantomlohn festge­stellt, steht den Sozial­ver­si­che­rungs­trägern ein Nachzah­lungs­an­spruch zu.

Phantomlohn bei Mindestlohn

Häufig entsteht der Phantomlohn im Zusam­menhang mit dem gesetz­lichen Mindestlohn. Dieser beträgt ab 1.1.2017 8,84 Euro pro Stunde. Werden ein unterhalb des Mindest­lohns liegender Stundenlohn bezahlt und auf dieser Grundlage die Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge berechnet, ist bereits der Phantomlohn entstanden. Die Sozial­ver­si­cherung wird die Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge aus dem Mindestlohn von 8,84 Euro berechnen.

Ähnlich verhält es sich, wenn der Arbeit­nehmer unterhalb eines Tarif­ver­trags, einer Betriebs­ver­ein­barung oder eines Branchen­min­dest­lohns wie in der Pflege­branche vergütet wird.

Phantomlohn bei Entgelt­fort­zahlung

Im Krank­heitsfall hat ein Arbeit­nehmer bis zu 6 Wochen nach Beginn der Arbeits­un­fä­higkeit einen Anspruch auf die Fortzahlung seines Arbeits­ent­gelts. Dem Arbeit­nehmer ist das Gehalt weiter zu bezahlen, welches er bei tatsäch­licher Arbeits­leistung erhalten hätte. Hierzu zählen insbe­sondere der Stunden- bzw. Monatslohn. Auch Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nacht­arbeit müssen weiter gezahlt werden, wenn diese bei Arbeits­leistung angefallen wären. Bei der Entgelt­fort­zahlung müssen Zulagen nicht berück­sichtigt werden, wenn diese wie z. B. Schmutz­zu­lagen nicht entstehen.

Phantomlohn bei Urlaubs­entgelt

Eine weitere wichtige Phantom­lohn­falle sollten Sie im Zusam­menhang mit Urlaubs­ent­gelten kennen. Während des Urlaubes des Arbeit­nehmers ist diesem das Arbeits­entgelt in Höhe des durch­schnitt­lichen Arbeits­ver­diensts der letzten 13 Wochen vor Urlaubs­beginn weiter­zu­be­zahlen. Hierbei werden bezahlte Überstunden oder Lohnkür­zungen z. B. wegen Kurzarbeit nicht berück­sichtigt.

Folgen

Die Deutsche Renten­ver­si­cherung darf aus einem Phantomlohn Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge für vier Jahre nachfordern. Zudem fallen Säumnis­zu­schläge an. Der Arbeit­geber kann dabei vom Arbeit­nehmer nur für drei Monate dessen Anteil an den Gesamt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trägen einbe­halten.

Fazit

Zu Recht spricht man in der Praxis von der „Phantom­lohn­falle“. Wer in diese reintappt, hat mit erheb­lichen Nachzah­lungen zu rechnen. Ein beson­deres Augenmerk ist auch auf die Auswirkung des Phantom­lohns auf die versi­che­rungs­recht­liche Beurteilung zu lenken: Insbe­sondere bei gering­fügig entlohnten Beschäf­ti­gungen ist dies relevant, wenn die Entgelt­grenze von 450 Euro durch den Phantomlohn überschritten wird. Der Arbeit­nehmer ist damit nicht mehr gering­fügig beschäftigt. Vielmehr sind in diesem Fall die Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge nach der Gleit­zonen-regelung zu ermitteln.


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