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Werbungs­kosten eines Arbeit­nehmers für Geburtstagsfeier/Berufsabschluss

Der VI. Senat des Bundes­fi­nanzhofs (BFH) hatte zu entscheiden, ob die Kosten für eine Feier mit privaten Gästen und Kollegen teilweise Werbungs­kosten sein können.


Sachverhalt

Der Kläger wurde kurz vor seinem 30. Geburtstag zum Steuer­be­rater bestellt. Zur Feier beider Ereig­nisse lud er Kollegen, Verwandte und Bekannte in die Stadt­halle seines Wohnorts ein. Er teilte die für Hallen­miete und Bewirtung entstan­denen Aufwen­dungen auf und beantragte den Abzug als Werbungs­kosten, soweit sie auf seine Arbeits­kol­legen angefallen waren.

Entscheidung

Während das Finanz­ge­richt Baden-Württemberg eine Aufteilung nicht zuließ und die Feier als ausschließlich privat veran­lasst betrachtete, hat der Bundes­fi­nanzhof mit Urteil vom 8. Juli 2015, Akten­zeichen VI R 46/14, zu Gunsten des Steuer­pflich­tigen entschieden.

Demnach kann der als Werbungs­kosten abziehbare Betrag anhand der Herkunft der Gäste aus dem beruf­lichen oder privaten Umfeld des Steuer­pflich­tigen abgegrenzt werden, wenn die Einladung der Gäste aus dem beruf­lichen Umfeld (nahezu) ausschließlich beruflich veran­lasst ist. Dies kann nach dem Bundes­fi­nanzhof insbe­sondere dann angenommen werden, wenn nicht nur ausge­suchte Gäste aus dem beruf­lichen Umfeld einge­laden werden, sondern die Einla­dungen nach abstrakten berufs­be­zo­genen Kriterien (z. B. alle Auszu­bil­denden, alle Zugehö­rigen einer bestimmten Abteilung) ausge­sprochen werden.

Fazit

Die erfreu­liche Tendenz, dass der Bundes­fi­nanzhof bei gemischten Aufwen­dungen einen antei­ligen Abzug zulässt, setzt sich mit diesem Urteil fort.

Wichtige Voraus­setzung war in diesem Fall, dass nicht nur ausge­suchte Gäste aus dem beruf­lichen Umfeld einge­laden wurden, sondern die Einla­dungen nach abstrakten berufs­be­zo­genen Kriterien ausge­sprochen wurden.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

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