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Die Kfz-Steuer

Deutschland ist Autoland: In Deutschland sind zirka 60 Millionen Kraft­fahr­zeuge und Anhänger zugelassen. Für diese Fahrzeuge fällt in unter­schied­licher Höhe die Kraft­fahr­zeug­steuer (Kfz-Steuer) an.


Die Einnahmen aus der Kfz-Steuer – das Gesamt­auf­kommen beträgt jährlich etwa 8,5 Milli­arden Euro – sind nicht zweck­ge­bunden beispiels­weise für den Bau und die Erhaltung des Straßen­netzes. Vielmehr dienen sie wie alle Steuer­ein­nahmen als allge­meine Haushalts­ein­nahmen zur Deckung aller Ausgaben.

Beginn und Ende der Steuer­pflicht

Bei Fahrzeugen, die in Deutschland zum Verkehr zugelassen werden, beginnt mit der Zulassung bei der Zulas­sungs­be­hörde die Steuer­pflicht. Sie endet mit der Abmeldung des Fahrzeugs bei der Zulas­sungs­be­hörde.

Zustän­digkeit des Zolls

Seit dem 1. Juli 2014 ist die Bundes­fi­nanz­ver­waltung (die Zollver­waltung) für die Erhebung der Kraft­fahr­zeug­steuer zuständig. Zuvor wurde sie kurzzeitig vom Bundes­mi­nis­terium der Finanzen verwaltet, welches sich bis zum 30. Juni 2014 der Landes­fi­nanz­be­hörden im Wege der Organ­leihe bei der Verwaltung der Kraft­fahr­zeug­steuer bediente. Zwar erfolgt die An- und Abmeldung von Kraft­fahr­zeugen oder Anhängern erfolgt wie bisher bei den Kfz-Zulas­sungs­be­hörden, jedoch übermitteln diese die Daten an den Zoll.

Bei der Fahrzeug­zu­lassung ist der Halter verpflichtet, ein Lastschrift­mandat zu erteilen. Dadurch wird die jährliche Kfz-Steuer automa­tisch vom Konto des Halters abgebucht. Die Kfz-Steuer wird im Rahmen des SEPA-Lastschrift­ver­fahrens regel­mäßig für zwölf Monate im Voraus abgebucht.

Höhe der Kfz-Steuer

Die Höhe der Kfz-Steuer ist von mehreren Faktoren wie der Art des Fahrzeugs abhängig. So sind verschiedene Steuer­sätze für Kraft­räder (Motor­räder), für Perso­nen­kraft­wagen (Pkw), für Leicht­fahr­zeuge, für Wohnmobile, für Nutzfahr­zeuge sowie für Kraft­fahr­zeug­an­hänger vorge­sehen.
Für einen Pkw beispiels­weise richtet sich die Steuer

  • bei Erstzu­lassung bis 30. Juni 2009 nach Hubraum und Emissi­ons­klasse (sogenannte Abgasnorm z. B. Euro 4),
  • bei Erstzu­lassung ab 1. Juli 2009 nach Hubraum und CO2-Wert für das Fahrzeug.

Im Ergebnis werden damit sprit­spa­rende Pkw begünstigt.

Der Hubraum eines Pkw gibt an, wie groß das Hubvo­lumen des Motors ist. Ein großer Hubraum liefert ein hohes Drehmoment mit dem Nachteil eines hohen Kraft­stoff­ver­brauchs. Das Berech­nungs­ver­fahren für Pkw sieht wie folgt aus:

  • Ottomotor: „Sockel­betrag“ von 2,00 Euro je angefangene 100 cm³ Hubraum.
  • Diesel­motor: „Sockel­betrag“ von 9,50 Euro je angefangene 100 cm³ Hubraum.

Hinzu kommt der CO2-abhängige Steuer­betrag: Dieser beträgt 2,00 Euro je Gramm CO2 pro Kilometer oberhalb eines steuer­freien Grenz­werts. Dieser Grenzwert beträgt bei Erstzu­las­sungen ab 1.Januar 2014 95 g/km.

Hubraum und CO2-Wert eines Pkw sind der Zulas­sungs­be­schei­nigung Teil I zu ent-
nehmen.

Steuer­be­frei­ungen

Der Gesetz­geber fördert jedoch nicht nur emissi­onsarme Pkw, sondern gewährt bestimmten Gruppen eine Steuer­be­freiung. So kann das Kraft­fahrzeug eines schwer­be­hin­derten Halters vollständig von der Steuer befreit werden, wenn im Schwer­be­hin­der­ten­ausweis eines der Merkzeichen „H“, „Bl“ oder „aG“ enthalten ist.

In anderen Fällen ist eine Steuer­ermä­ßigung von 50 Prozent für ein Kraft­fahrzeug möglich, wenn im Schwer­be­hin­der­ten­ausweis (mit orange­far­benem Flächen­auf­druck) eines der Merkzeichen „G“ oder „Gl“ enthalten ist.

Auch reine Elektro­fahr­zeuge sind bei Erstzu­lassung vom 18. Mai 2011 bis 31. Dezember 2015 für 10 Jahre, ab 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020 für 5 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Für alle Arten von Hybrid­elek­tro­fahr­zeugen gilt diese Steuer­be­freiung jedoch nicht.

Bestimmte Zugma­schinen, Sonder­fahr­zeuge und Anhänger der Land- und Forst­wirt­schaft, die ausschließlich in land- und forst­wirt­schaft­lichen Betrieben genutzt werden, sind ebenfalls steuerfrei.

Fazit

Abhängig von der Fahrzeugart sind unter­schied­liche Steuer­sätze vorge­sehen. Dies macht das System kompli­zierter, sorgt aber für eine hohe Einzel­fall­ge­rech­tigkeit.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

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