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Weihnachtsgeld

Viele Unter­nehmen zahlen an ihre Mitar­beiter Weihnachtsgeld. Hierbei stellen sich diverse Fragen wie zum Anspruch auf Weihnachtsgeld, zur steuer­lichen oder sozial­ver­si­che­rungs­recht­lichen Behandlung.


Anspruch auf Weihnachtsgeld

Einen gesetz­lichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es nicht. Aus arbeits­recht­licher Sicht stellt Weihnachtsgeld eine Grati­fi­kation dar, die zusätzlich zu dem regulären Entgelt gezahlt wird. Der Anspruch auf Weihnachtsgeld hat als Grundlage häufig

  • einen Tarif­vertrag,
  • eine Betriebs­ver­ein­barung,
  • den Arbeits­vertrag,
  • eine freiwillige Leistung (Zusage) des Arbeit­gebers,
  • eine betrieb­liche Übung oder
  • den arbeits­recht­lichen Gleich­be­hand­lungs­grundsatz.

Eine betrieb­liche Übung als häufigste Grundlage für die Zahlung von Weihnachtsgeld beschreibt die Situation, dass ein Arbeit­nehmer aus der regel­mä­ßigen Wieder­holung bestimmter Verhal­tens­weisen des Arbeit­gebers ableiten darf, dass der Arbeit­geber sich auch zukünftig so verhalten wird.

Zu dieser betrieb­lichen Übung kommt es beispiels­weise, wenn der Arbeit­geber drei- mal die Grati­fi­kation ausbe­zahlt, ohne einen Freiwil­lig­keits­vor­behalt zu erklären. Der Arbeit­geber kann eine betrieb­liche Übung dadurch verhindern, dass er mit der jewei­ligen Zahlung mitteilt, dass die Leistung einmalig sei und künftige Ansprüche ausschließe.

Steuer­liche Behandlung von Weihnachtsgeld

Das Weihnachtsgeld zählt zu den sonstigen Bezügen. Dies sind alle Lohnzah­lungen, die keinen laufenden Arbeitslohn darstellen. Sonstige Bezüge werden bei der Lohnsteuer anders behandelt als laufender Arbeitslohn. Die Versteuerung erfolgt nach der Jahres­ta­belle mit einem beson­deren Berech­nungs­schema.

Sozial­ver­si­che­rungs­recht­liche Behandlung von Weihnachtsgeld

In der Sozial­ver­si­cherung wird Weihnachtsgeld als einmalige Zuwendung behandelt. Dabei werden die Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge grund­sätzlich nur bis zur Höhe der Beitrags­be­mes­sungs­grenzen berechnet.

Die Beitrags­be­mes­sungs­grenze der Kranken- und Pflege­ver­si­cherung beträgt im Jahr 2015 4.125 Euro monatlich, die der Renten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­cherung 6.050 Euro monatlich. Für das Weihnachtsgeld gilt die Beson­derheit, dass dieses als Einmal­zahlung bewertet und abgerechnet wird.

Stichtags- oder Rückzah­lungs­klauseln

Unter bestimmten Voraus­set­zungen können Grati­fi­ka­tionen wie das Weihnachtsgeld auch nachträglich wieder zurück­ge­fordert werden.

  • Bei Weihnachtsgeld von weniger als 100 Euro ist eine Rückzah­lungs­ver­pflichtung ausge­schlossen.
  • Bei Weihnachtsgeld von mehr als 100 Euro, aber unter einem Monats­bezug kann der Arbeit­geber die Rückzahlung davon abhängig machen, dass der Arbeit­nehmer noch bis zum Ablauf des ersten Quartals des Folge­jahres für das Unter­nehmen tätig ist.
  • Bei Weihnachtsgeld von mehr als einem Monats­gehalt ist eine Bindung über den 31. März des Folge­jahres bis 30. Juni zulässig.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

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