Fachartikel & News

Steuer­än­de­rungen 2015/2016

Der Gesetz­geber hat uns – wie jedes Jahr – viele Änderungen im Steuer­recht beschert. Einige Rechts­än­de­rungen sind zum Jahres­beginn oder im Jahr 2015 in Kraft getreten, einige Rechts­än­de­rungen werden zum 01.01.2016 wirksam.


Bürokra­tie­abbau

Von den Buchfüh­rungs- und Aufzeich­nungs­pflichten im Handels­ge­setzbuch und in der Abgaben­ordnung sind mehr kleine Unter­nehmen als bisher befreit. Die Grenz­be­träge für Umsatz und Gewinn steigen um jeweils 20 % auf 600.000 bezie­hungs­weise 60.000 Euro. Ferner wird die Mittei­lungs­pflicht für Kirchen­steu­er­ab­zugs­ver­pflichtete verringert, die Lohnsteu­er­pau­scha­lie­rungs­grenze für kurzfristig Beschäf­tigte auf 68 Euro angehoben und das Faktor­ver­fahren beim Lohnsteu­er­abzug bei Ehegatten oder Lebens­partnern verein­facht.

Entlas­tungs­betrag für Allein­er­zie­hende

Der Entlas­tungs­betrag für Allein­er­zie­hende wurde zum 01.01.2015 um 600 Euro auf 1.908 Euro angehoben und erstmalig nach der Kinderzahl gestaffelt. So steigt der Entlas­tungs­betrag für das zweite und jedes weitere Kind zusätzlich um 240 Euro (bei z. B. 4 Kindern = insgesamt 2.628 Euro).

Erstmalige Berufs­aus­bildung

Zur Abgrenzung zwischen Erst- und Zweit­aus­bildung gibt es eine Neude­fi­nition der „erstma­ligen Berufs­aus­bildung“. Diese enthält die gesetz­liche Zielrichtung und Mindest­an­for­de­rungen. Es bedarf eines „Quali­täts­nach­weises“ durch eine Abschluss­prüfung und einer Mindest­dauer der Ausbildung von 12 Monaten.

Grund­frei­betrag, Unter­halts­höchst­betrag

Der Grund­frei­betrag wurde in 2015 von 8.354 Euro um 118 Euro auf 8.472 Euro erhöht. In 2016 wird dann eine weitere Erhöhung von 8.472 Euro um 180 Euro auf 8.652 Euro erfolgen. In gleichem Maß wird der Unter­halts­höchst­betrag für 2015 auf 8.472 Euro sowie im Jahr 2016 auf 8.652 Euro steigen. Zudem soll ab 2016 der Einkom­men­steu­er­tarif um 1,48 % „nach rechts“ verschoben werden. Mit dieser Verschiebung der Steuer­sätze des progres­siven Einkom­men­steu­er­tarifs wird der sogenannten kalten Progression entge­gen­ge­wirkt.

Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­betrag

Innerhalb der Anwendung von § 7g EStG ist derzeit eine funktionale Benennung des Wirtschaftsguts erfor­derlich. Statt dieser Benennung soll in Zukunft die Summe aller Abzugs­be­träge bzw. der rückgängig gemachten oder hinzu­ge­rech­neten Beträge nach vorge­schrie­benen Daten­sätzen per Daten­fern­über­tragung übermittelt werden. Des Weiteren kann der Steuer­pflichtige ohne weitere Angaben Abzugs­be­träge für künftige Inves­ti­tionen im beweg­lichen Anlage­ver­mögen bis zu einem Betrag von (unver­ändert) 200.000 Euro gewinn­min­dernd abziehen.

Freibetrag für die Lohnsteuerabzugs­merkmale

Freibe­träge, die der Arbeit­geber beim Lohnsteu­er­abzug berück­sich­tigen muss wie für hohe Werbungs­kosten, sind ab 2016 für zwei Jahre gültig. Nur wenn sich die Voraus­set­zungen für einen Freibetrag ändern, müssen Arbeit­nehmer das beim Finanzamt entspre­chend ändern lassen.

Kindergeld, Kinder­frei­betrag

Die Kinder­frei­be­träge werden in 2015 von 2.184 Euro um 72 Euro auf 2.256 Euro je Elternteil an die gestie­genen Lebens­hal­tungs­kosten angepasst. In 2016 werden die Kinder­frei­be­träge in einem zweiten Schritt von 2.256 Euro um 48 Euro auf 2.304 Euro erhöht. Der zusätz­liche Freibetrag für den Betreuungs- und Erzie­hungs- oder Ausbil­dungs­bedarf mit 1.320 Euro je Kind bleibt unver­ändert. Das Kindergeld wurde in 2015 je Kind und Monat um 4 Euro auf 188 Euro für das 1. und 2. Kind, 194 Euro für das 3. Kind bzw. 219 Euro ab dem 4. Kind erhöht. Ab 2016 wird eine weitere Erhöhung um 2 Euro je Kind erfolgen. Ab 01.07.2016 ist zudem eine Erhöhung des Kinder­zu­schlags von 140 Euro um 20 Euro auf 160 Euro geplant.

Lohnsteu­er­liche Freigrenze für Arbeits­essen und Aufmerk­sam­keiten

Die lohnsteu­er­liche Freigrenze für Arbeits­essen und Aufmerk­sam­keiten wird jeweils von 40 Euro auf 60 Euro erhöht.

Reise­kosten

Die Pausch­be­träge für Verpfle­gungs­mehr­auf­wen­dungen und Übernach­tungs­kosten für beruflich und betrieblich veran­lasste Auslands­dienst­reisen wurden angepasst.

Umzugs­kosten

Für einen beruflich bedingten Umzug gelten seit dem 01.03.2014 neue Beträge für umzugs­be­dingte Unter­richts­kosten und sonstige Umzugs­aus­lagen, zum 01.03.2015 folgte die nächste Erhöhung:
Der Höchst­betrag, der für die Anerkennung umzugs­be­dingter Unter­richts­kosten für ein Kind maßgebend ist, beträgt bei Beendigung des Umzugs ab 01.03.2014 1.802 Euro sowie ab 01.03.2015 1.841 Euro.

Der Pausch­betrag für sonstige Umzugs­aus­lagen beträgt für Verhei­ratete, Lebens­partner und Gleich­ge­stellte bei Beendigung des Umzugs ab 01.03.2014 1.429 Euro sowie ab 01.03.2015 1.460 Euro. Für Ledige beträgt dieser Pausch­betrag bei Beendigung des Umzugs ab 01.03.2014 715 Euro sowie ab 01.03.2015 730 Euro. Der Pausch­betrag erhöht sich für Kinder oder Verwandte, die nach dem Umzug mit in der neuen Wohnung leben, zum 01.03.2014 um 315 Euro und zum 01.03.2015 um 322 Euro.

Versor­gungs­aus­gleich (Ausgleichs­leis­tungen zur Vermeidung des Versor­gungs­aus­gleichs)

Ausgleichs­leis­tungen zur Vermeidung des Versor­gungs­aus­gleichs sind als Sonder­aus­gaben abzugs­fähig, soweit dies der Verpflichtete mit Zustimmung des Berech­tigten beantragt. Im Gegenzug erfolgt eine Besteuerung beim Empfänger.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

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