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Detail­lierter Überblick zu haushalts­nahen Dienst­leis­tungen und Handwer­k­erleis­tungen

Seit mehreren Jahren wird im Bereich der haushalts­nahen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse und Dienst­leis­tungen sowie Handwer­k­erleis­tungen eine Steuer­ermä­ßigung gewährt. Grundlage dieser Steuer­ermä­ßigung ist § 35a EStG.


Mit einem 37 Seiten umfas­senden Schreiben vom 10.01.2014 hat sich das Bundes­mi­nis­terium der Finanzen (BMF) umfassend zu einzelnen Details der Steuer­ermä­ßigung nach § 35a EStG geäußert. Nach einem kurzen Überblick über die Voraus­set­zungen sowie zu den steuer­lichen Auswir­kungen der Steuer­ermä­ßigung werden exempla­risch die Möglich­keiten des Steuer­abzugs darge­stellt.

Voraus­set­zungen für den Steuer­abzug Begünstigt sind die Arbeits­kosten einschließlich Umsatz­steuer, nicht hingegen die Materi­al­kosten. Wichtige Voraus­setzung für den Steuer­abzug ist, dass die Zahlung unbar erfolgte. Barzah­lungen, Baran­zah­lungen oder Barteil­zah­lungen werden ausdrücklich nicht anerkannt.

Die Steuer­ermä­ßigung kann vom Arbeit­geber bzw. Auftrag­geber in Anspruch genommen werden. Sie kann jedoch auch von den Mietgliedern einer Wohnungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft, Mietern oder Bewohnern eines Alten- oder Pflege­heims beansprucht werden. Die Steuer­ermä­ßigung ist zudem für Kosten ausge­schlossen, soweit diese Betriebs­aus­gaben oder Werbungs­kosten sind. Das Gleiche gilt, wenn die Kosten vorrangig als Sonder­aus­gaben oder außer­ge­wöhn­liche Belas­tungen abziehbar sind.

Handwerk­liche Tätig­keiten im Zusam­menhang mit einer Neubau­maß­nahme sind nicht begünstigt. Als Neubau­maß­nahmen gelten alle Maßnahmen, die im Zusam­menhang mit der Errichtung eines Haushalts bis zu dessen Fertig­stellung anfallen.

Steuer­liche Auswirkung der Steuer­ermä­ßigung Für haushaltsnahe Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, bei denen es sich um gering­fügige Beschäf­ti­gungen handelt (sogenannte Minijobs), können 20 Prozent der Kosten, höchstens 510 Euro, von der Steuer­schuld abgezogen werden.

Die Kosten für andere haushaltsnahe Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse und für die Inanspruch­nahme haushalts­naher Dienst­leis­tungen, zu denen auch Pflege- und Betreu­ungs­leis­tungen zählen, können bis 20 Prozent, höchstens insgesamt 4.000 Euro, von der Steuer­schuld abgezogen werden.

Zudem ermäßigt sich die tarif­liche Einkom­men­steuer durch die Inanspruch­nahme bestimmter Handwer­k­erleis­tungen. Die Steuer­ermä­ßigung für Handwer­k­erleis­tungen beträgt 20 Prozent der Aufwen­dungen, höchstens 1.200 Euro pro Jahr.

Aufzählung des BMF Das BMF hat in einer umfang­reichen Anlage zu o. g. Schreiben begüns­tigte und nicht begüns­tigte haushaltsnahe Dienst­leis­tungen und Handwer­k­erleis­tungen aufge­zählt. Aus dieser Aufzählung fassen wir die wichtigsten Maßnahmen zusammen und stellen ihre Abzugs­fä­higkeit dar.

Haushaltsnahe Dienst­leis­tungen Nach der Aufzählung des BMF sind als haushaltsnahe Dienst­leis­tungen nachfol­gende Maßnahmen – jedoch immer nur innerhalb des Grund­stücks – begünstigt:

  • Garten­pflege,
  • Friseur- und Kosme­tik­leis­tungen sowie Hand- und Fußpflege, soweit sie zu
  • den Pflege- und Betreu­ungs­leis­tungen gehören,
  • Hausar­beiten, wie Reinigen, Fenster­putzen, Bügeln usw.,
  • Hausmeister, Hauswart,
  • Hausrei­nigung,
  • Kleidungs- und Wäsche­pflege und -reinigung im Haushalt,
  • Pflege der Außen­an­lagen,
  • Pflege von Boden­be­lägen, Fenstern und Türen, Haushalts­ge­gen­ständen,
  • Straßen­rei­nigung auf privatem Grund­stück sowie
  • Winter­dienst.

Handwer­k­erleis­tungen Nach der Aufzählung des BMF sind als Handwer­k­erleis­tungen nachfol­gende Maßnahmen – jedoch immer nur innerhalb des Grund­stücks – Maßnahmen begünstigt:

  • Abfluss­rohr­rei­nigung,
  • Arbeiten am Dach, an Boden­be­lägen, an der Fassade, an Garagen, an Wänden sowie an Zu- und Ablei­tungen,
  • Asbest­sa­nie­rungen,
  • Errichtung von Außen­an­lagen wie Zäunen oder Wegen,
  • Austausch und Moder­ni­sierung der Einbau­küche, von Boden­be­lägen sowie von Fenstern und Türen,
  • Brand­scha­den­sa­nierung, soweit keine Versi­che­rungs­leistung,
  • Dachrin­nen­rei­nigung,
  • Fußbo­den­heizung (Wartung, Spülung, nachträg­licher Einbau, Reparatur),
  • Garten­ge­staltung,
  • Hausschwamm­be­sei­tigung und Pilzbe­kämpfung,
  • Klavier­stimmen,
  • Pflas­ter­ar­beiten,
  • Wartung und Reparatur von Boden­be­lägen, Fenstern und Türen, Haushalts­ge­gen­ständen, Heizungs­an­lagen,
  • Schorn­stein-Kehrar­beiten sowie Reparatur- und Wartungs­ar­beiten durch Schorn­stein­feger,
  • Wärme­dämm­maß­nahmen,
  • Wartung von Aufzug, Heizung und Öltank­an­lagen,
  • Wasser­scha­den­sa­nierung sowie
  • Wartung und Reparatur der Wasser­ver­sorgung.

Keine Begüns­tigung Nicht begünstigt sind alle Maßnahmen außerhalb des Grund­stücks sowie:

  • Ablese­dienste und Abrechnung bei Verbrauchs­zählern,
  • Archi­tek­ten­leis­tungen,
  • Dicht­heits­prüfung von Abwas­ser­an­lagen (umstritten),
  • Feuer­stät­ten­schau sowie Mess- oder Überprü­fungs­ar­beiten durch Schorn­stein­feger,
  • Hausver­wal­ter­kosten,
  • Müllabfuhr sowie
  • Straßen­rei­nigung auf öffent­lichem Grund­stück.

Fazit Der Steuer­abzug von haushalts­nahen Dienst­leis­tungen und Handwer­k­erleis­tungen ist attraktiv. Wichtig ist dabei, dass die Voraus­set­zungen wie die unbare Zahlung einge­halten werden und es sich nicht um eine Neubau­maß­nahme handelt.

Unbefrie­digend ist jedoch die – aus unserer Sicht – teilweise nicht nachvoll­ziehbare Unter­scheidung zur Abzieh­barkeit einzelner Maßnahmen: Die Reinigung der privaten Straße ist demnach begünstigt, des öffent­lichen Bürger­steigs hingegen nicht.

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