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Die wichtigsten Werbungs­kosten für Arbeit­nehmer

Arbeit­nehmer haben die Wahl: Entweder nehmen sie den Werbungs­kosten-Pausch­betrag in Höhe von 1.000 Euro in Anspruch oder sie weisen ihre höheren Kosten nach, die sie für ihren Beruf getragen haben.



Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Werbungs­kosten als Arbeit­nehmer. Ein Anspruch auf Vollstän­digkeit kann wegen der vielfäl­tigen Abzugs­möglichkeiten nicht bestehen. So werden Kosten wie für einen Führer­schein nicht darge­stellt, wenn nur ein Teil der Arbeit­nehmer wie Berufs­kraft­fahrer betroffen sind.

Arbeits­mittel Arbeits­mittel wie Telefon, Fachbücher, Computer oder Berufs­kleidung können Arbeit­nehmer im Jahr der Anschaffung als Werbungs­kosten abziehen, wenn die einzelnen Arbeits­mittel 410 Euro (ohne Umsatz­steuer) nicht übersteigen. Bei höheren Kosten für ein Arbeits­mittel ist dieses abzuschreiben.

Arbeits­zimmer Die Kosten für ein häusliches Arbeits­zimmer kann ein Arbeit­nehmer absetzen, wenn dies den „Mittel­punkt der gesamten betrieb­lichen und beruf­lichen Betätigung“ bildet oder für seine beruf­liche Tätigkeit kein anderer Arbeits­platz zur Verfügung steht. In letztem Fall ist der steuer­liche Abzug auf 1.250 Euro begrenzt.

Auswärts­tä­tigkeit (Reise­kosten) Reise­kosten sind unter dem Begriff „beruf­liche Auswärts­tä­tigkeit“ zusam­men­ge­fasst. Zu den Reise­kosten zählen Fahrt­kosten, Verpfle­gungs­mehr­auf­wen­dungen, Übernach­tungs­kosten und Reisen­eben­kosten. Diese können Arbeit­nehmer berück­sich­tigen, wenn sie durch die beruf­liche Tätigkeit außerhalb der Wohnung des Arbeit­nehmers und seiner ortsge­bun­denen regel­mä­ßigen Arbeits­stätte veran­lasst sind.

Berufs­be­kleidung Typische Berufs­kleidung wie Uniformen, Arbeits-, Schutz- oder Dienst­kleidung können abgesetzt werden. Zu den abzugs­fä­higen Kosten gehören auch die Reini­gungs­kosten. Achtung: Sobald auch eine private Nutzung möglich ist, entfällt die Abzugs­mög­lichkeit.

Berufs­er­krankung Die Kosten einer typischen Berufs­krankheit oder die Kosten bei einem offen­sicht­lichen Zusam­menhang zwischen Beruf und Krankheit können als Werbungs­kosten geltend gemacht werden. Hierzu zählen auch die Fahrt­kosten zum Arzt oder Kurkosten. Umstritten ist, ob die Krank­heits­kosten eines Burn-out-Syndroms Werbungs­kosten sind.

Berufs­haft­pflicht Die Prämie für eine Haftpflicht­ver­si­cherung, um Ansprüche aus der beruf­lichen Tätigkeit abzuwehren, sind Werbungs­kosten. Solche Versi­che­rungen haben häufig Ärzte oder Lehrer.

Berufs­ver­bände Beiträge zu den Berufs­ver­bänden wie Aufnah­megelder oder Beiträge sind Werbungs­kosten. Zu den Berufs­ver­bänden zählen Gewerk­schaften, Beamtenbund, Richterbund, Ärzte­kammern, Archi­tek­ten­kammern, Rechts­an­walts- oder Steuer­be­ra­ter­kammern.

Bewer­bungs­kosten Typische Bewer­bungs­kosten wie Kosten für Passbilder, Zeugnis­kopien, Bewer­bungs­mappen, Fahrt­kosten, Übernach­tungs­kosten, Porto­kosten, Telefon­kosten, Anzei­gen­kosten oder Zeitungs­kosten können geltend gemacht werden.

Doppelte Haushalts­führung Wird neben dem Haushalt am Lebens­mit­tel­punkt ein weiterer Haushalt am Ort der Beschäf­tigung geführt, können die Kosten wie Fahrt­kosten, Verpfle­gungs­mehr­aufwand für die ersten drei Monate, Unter­kunft am Arbeitsort bis 1.000 Euro monatlich und Umzugs­kosten abgesetzt werden.

Fachli­te­ratur Kosten für Fachzeit­schriften und Fachbücher können meist anders als Tages­zei­tungen als Werbungs­kosten abgesetzt werden. Auch Zeitschriften wie der Spiegel oder der Stern werden häufig nicht anerkannt, da hier ein privates Interesse an der Anschaffung dieser Zeitschriften nicht ausge­schlossen wird.

Fort- und Weiter­bildung Die Kosten für eine Fort- und Weiter­bildung in einem bereits ausge­übten Beruf sind Werbungs­kosten. Hierzu zählen Kursge­bühren, Fahrt­kosten, Kopier­kosten, Verpfle­gungs­mehr­aufwand und Übernach­tungs­kosten.

Konto­füh­rungs­ge­bühren Mit einer Nicht­be­an­stan­dungs­grenze von 16 Euro werden Konto­füh­rungs­ge­bühren als Werbungs­kosten anerkannt.

Mitglied­schaften in Online-Netzwerken Auch die kosten­pflichtige Mitglied­schaft in einem beruf­lichen Online-Netzwerk wie Xing oder LinkedIn ist steuerlich absetzbar.

Telekom­mu­ni­ka­ti­ons­kosten Telekom­mu­ni­ka­ti­ons­auf­wen­dungen wie für die Anschaffung eines Telefons, eines Mobil­te­lefons oder eines Faxgeräts, dessen Einrichtung, sowie die Gespräche, Inter­net­zugang und -nutzung können abgezogen werden.

Weist der Arbeit­nehmer den Anteil der beruflich veran­lassten Aufwen­dungen an den Gesamt­auf­wen­dungen für einen reprä­sen­ta­tiven Zeitraum von drei Monaten im Einzelnen nach, kann dieser beruf­liche Anteil für das ganze Jahr zugrunde gelegt werden. Fallen erfah­rungs­gemäß beruflich veran­lasste Telekom­mu­ni­ka­ti­ons­auf­wen­dungen an, können aus Verein­fa­chungs­gründen ohne Einzel­nachweis bis zu 20 % des Rechnungs­be­trags, jedoch höchstens 20 Euro monatlich als Werbungs­kosten anerkannt werden. Zur weiteren Verein­fa­chung kann der monat­liche Durch­schnitts­betrag, der sich aus den Rechnungs­be­trägen für einen reprä­sen­ta­tiven Zeitraum von drei Monaten ergibt, für das ganze Jahr zugrunde gelegt werden.

Umzugs­kosten Die Kosten für einen beruflich veran­lassten Umzug z. B. wegen der Aufnahme einer Tätigkeit sind abziehbar. Die Höhe der Umzugs­kosten richtet sich bei Inlands­um­zügen nach dem Bundes­um­zugs­kos­ten­gesetz. Die dort geregelten Umzugs­kos­ten­ver­gü­tungen, die ein Beamter erhält, stellen Werbungs­kosten dar. Zu den abzieh­baren Werbungs­kosten zählen Kosten für den Transport, Reise­kosten am Umzugstag, Reise­kosten zum Besich­tigen einer Wohnung, doppelte Mietzah­lungen, Kosten der Wohnungs­ver­mittlung sowie für Kochherde und Öfen und Nachhilfe für die Kinder. Für Auslands­umzüge gilt die Auslands­um­zugs­kos­ten­ver­ordnung.

Unfall­kosten Unfall­kosten wie für die Autore­pa­ratur, die einem Arbeit­nehmer auf einer berufs­be­dingten Fahrt entstanden sind, können abzüglich der Versi­che­rungs­leis­tungen angesetzt werden.

Wege zur Arbeit Der tägliche Weg von der Wohnung zur regel­mä­ßigen Arbeits­stelle gehört zu den Werbungs­kosten. Diese Strecke kann z. B. mit dem eigenen Pkw, öffent­lichen Verkehrs­mitteln oder zu Fuß bewältigt werden. Unabhängig vom Verkehrs­mittel kann die Entfer­nungs­pau­schale mit 0,30 Euro berück­sichtigt werden. Übersteigen die Aufwen­dungen für die Benutzung öffent­licher Verkehrs­mittel den im Kalen­derjahr insgesamt als Entfer­nungs­pau­schale anzuset­zenden Betrag, können diese überstei­genden Aufwen­dungen zusätzlich angesetzt werden.


Quelle: TRIALOG, Das Unter­neh­mer­ma­gazin Ihrer Berater und der DATEV, Heraus­geber: DATEV eG, Nürnberg, Ausgabe 01/2014

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