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Die steuer­liche Behandlung von Abfin­dungen

Der Verlust des Arbeits­platzes steht häufig mit einer Ausgleichs­zahlung des Arbeit­gebers – einer Abfindung – im Zusam­menhang. Dieser Artikel gibt eine Übersicht, wie Abfin­dungen steuerlich behandelt werden.



Was ist eine Abfindung? Abfin­dungen sind nach der Definition der Recht­spre­chung Leistungen, die ein Arbeit­nehmer als Ausgleich für die mit der Auflösung des Dienst­ver­hält­nisses verbun­denen Nachteile, insbe­sondere für den Verlust des Arbeits­platzes, erhält (sachlicher Zusam­menhang).

Nach dem Bundes­fi­nanzhof ist auch eine Zahlung durch den Arbeit­geber eine Abfindung anzunehmen, wenn die Zahlung für die unbefristete Reduzierung der Wochen­ar­beitszeit geleistet wurde. Ein zeitlicher Zusam­menhang zwischen dem Ende des Arbeits­platzes und der Zahlung der Abfindung ist nicht erfor­derlich. Fallen diese Daten jedoch erheblich ausein­ander, können sich Zweifel an dem sachlichen Zusam­menhang ergeben.

Achtung: Eine Abfindung kann sowohl als Geldzahlung als auch als Sachzu­wendung erbracht werden.

Wie wirken sich die Leistungen steuerlich aus? Wenn der Arbeit­nehmer auf Veran­lassung des Arbeit­gebers vorzeitig ausscheidet, kann ihm normal zu besteu­ernder Arbeitslohn, eine steuer­be­güns­tigte Entschä­digung oder eine steuer­be­güns­tigte Leistung für eine mehrjährige Tätigkeit zufließen.

Den häufigsten Anwen­dungsfall stellt die Entschä­digung dar. Diese setzt voraus, dass anstelle der bisher geschul­deten Leistung eine andere Leistung tritt. Diese andere Leistung muss auf einem anderen, eigen­stän­digen Rechts­grund beruhen, der regel­mäßig Bestandteil einer Auflö­sungs­ver­ein­barung ist. Ein solcher Rechts­grund kann aber auch bereits bei Abschluss des Dienst­ver­trags für den Fall des vorzei­tigen Ausscheidens vereinbart werden.

Eine Entlas­sungs­ent­schä­digung setzt den Verlust von Einnahmen voraus, mit denen der Arbeit­nehmer rechnen konnte. Es werden damit nicht bereits erdiente Ansprüche wie rückstän­diger Arbeitslohn, antei­liges Urlaubsgeld, Urlaubs­ab­geltung, Weihnachtsgeld, Grati­fi­ka­tionen oder Tantiemen abgegolten,

Begüns­tigte Besteuerung Abfin­dungs­zah­lungen sind grund­sätzlich ermäßigt zu besteuern, wenn die Voraus­set­zungen einer Entschä­di­gungs­zahlung erfüllt sind. Nach der Recht­spre­chung des BFH ist eine Entschä­digung nur dann tarif­be­günstigt, wenn sie zu einer Zusam­men­ballung von Einkünften innerhalb eines Veran­la­gungs­jahres führt.

Anwendung eines ermäßigten Steuer­satzes Zielsetzung der begüns­tigten Besteuerung ist es, eine verschärfte Progres­si­ons­wirkung durch die Zusam­men­ballung von laufend bezogenen und außer­or­dent­lichen, nicht regel­mäßig erziel­baren Einkünften in einem Jahr zu verhindern. Die auf die außer­or­dent­lichen Einkünfte entfal­lende Einkom­men­steuer ist nach einem ermäßigten Steuersatz zu bemessen.

Die Einkom­men­steuer für das Einkommen ohne die außer­or­dent­lichen Einkünfte wird der Einkom­men­steuer für das Einkommen ohne die außer­or­dent­lichen Einkünfte zzgl. eines Fünftels der außer­or­dent­lichen Einkünfte gegen­über­ge­stellt („Fünfte­lungs­me­thode“). Der Unter­schieds­betrag wird verfünf­facht und der Einkom­men­steuer für das verblei­bende zu versteu­ernde Einkommen hinzu­ge­rechnet. Der so ermit­telte Betrag ist im Jahr des Zuflusses der außer­or­dent­lichen Einkünfte zu zahlen.

Zufluss der Abfin­dungs­zah­lungen Arbeit­geber und Arbeit­nehmer können den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung oder eines Teilbe­trags steuer­wirksam gestalten, dass sie deren ursprünglich vorge­sehene Fälligkeit vor ihrem Eintritt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Abgrenzung zu nicht begüns­tigten Abfin­dungen Keine begüns­tigten Abfin­dungen liegen vor bei einer Kündigung durch den Arbeit­nehmer, bei einer Änderungs­kün­digung durch den Arbeit­geber, bei Abfin­dungen anlässlich eines Betriebs­über­gangs, beim Ablauf eines befris­teten Arbeits­ver­trags sowie beim Eintritt in den Ruhestand.


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