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Die elektro­nische Lohnsteu­er­karte (ELStAM)

Mit der Einführung der elektro­ni­schen Lohnsteu­er­karte wird die bisherige Lohnsteu­er­karte ab dem Jahr 2013 durch ein elektro­ni­sches Verfahren ersetzt.


Die Angaben auf der bishe­rigen Vorder­seite der Lohnsteu­er­karte (Steuer­klasse, Kinder, Freibe­träge und Religi­ons­zu­ge­hö­rigkeit) werden in einer Datenbank der Finanz­ver­waltung zum elektro­ni­schen Abruf für die Arbeit­geber bereit­ge­stellt und künftig als Elektro­nische LohnSteu­er­Ab­zugs­Merkmale (ELStAM) bezeichnet. Arbeit­geber rufen die ELStAM elektro­nisch ab, um den zutref­fenden Lohnsteu­er­abzug durch­zu­führen. Die Einführung des Verfahrens erfolgte stufen­weise bereits seit 2011, damit das elektro­nische Verfahren ab 2013 starten kann.

Die Papier­lohn­steu­er­karte gilt länger. Die Eintra­gungen auf der Lohnsteu­er­karte 2010 bzw. der vom Finanzamt ausge­stellten Ersatz­be­schei­nigung 2011 (Steuer­klasse, Kinder­frei­be­träge, Kirchen­steu­er­merkmal und Freibe­träge) gelten bis zum Start des Verfahrens, also auch für das Jahr 2012, weiter. Der Arbeit­geber darf die Lohnsteu­er­karte des Jahres 2010 bzw. die Ersatz­be­schei­nigung 2011 nicht wie bisher am Jahresende vernichten, sondern muss sie bis zum Ende des Jahres 2014 aufbe­wahren. Bei einem Arbeit­ge­ber­wechsel muss der Arbeit­nehmer – wie bisher auch – dem neuen Arbeit­geber die Lohnsteu­er­karte 2010 bzw. die Ersatz­be­schei­nigung 2011 aushän­digen. Haben sich gegenüber den Eintra­gungen auf der Lohnsteu­er­karte 2010 bzw. der Ersatz­be­schei­nigung 2011 keine Änderungen ergeben, muss nichts weiter veran­lasst werden. Der Arbeit­geber wird dann weiterhin auf Basis dieser Verhält­nisse den Lohnsteu­er­abzug vornehmen.

Änderung der Eintra­gungen auf der Lohnsteu­er­karte oder der Ersatz­be­schei­nigung. Stimmen die auf der Lohnsteu­er­karte 2010 bzw. der Ersatz­be­schei­nigung 2011 einge­tra­genen Lohnsteu­er­ab­zugs­merkmale nicht mehr (z. B. zu günstige Steuer­klasse oder zu hohe Zahl der Kinder­frei­be­träge), muss der Arbeit­nehmer diese beim Finanzamt ändern lassen. Er erhält dort auf Antrag einen Ausdruck der geänderten Lohnsteu­er­ab­zugs­merkmale oder eine neue Ersatz­be­schei­nigung und legt diese seinem Arbeit­geber als Grundlage für den Lohnsteu­er­abzug vor. Nur wenn dem Arbeit­geber die aktuellen Infor­ma­tionen vorliegen, kann er die Lohnsteuer richtig berechnen. Es gibt verschiedene Möglich­keiten, den Arbeit­geber zu infor­mieren. Die Finanz­ämter empfehlen hierzu: Grund­sätzlich kann das im Herbst 2011 versandte Infor­ma­ti­ons­schreiben des Finanzamts über die erstmals elektro­nisch gespei­cherten Daten für den Lohnsteu­er­abzug (ELStAM) ab 01.01.2012 dem Arbeit­geber des ersten Dienst­ver­hält­nisses vorgelegt werden. Wichtig ist, zuvor zu prüfen, ob die darin enthal­tenen Angaben richtig sind. Ferner ist zu beachten, dass das Infor­ma­ti­ons­schreiben – mit Ausnahme des Pausch­be­trages für behin­derte Menschen und für Hinter­bliebene – keinen Freibetrag ausweist.
Stimmen diese Angaben im vorge­nannten Infor­ma­ti­ons­schreiben nicht oder soll ab 2012 ein neu beantragter Freibetrag berück­sichtigt werden, sollte dem Arbeit­geber des ersten Dienst­ver­hält­nisses ein Ausdruck der ab 2012 gültigen ELStAM vorgelegt werden. Sofern dieser nicht vorliegt, wird er vom zustän­digen Finanzamt auf Antrag ausge­stellt.

Unzutref­fender Lohnsteu­er­abzug in 2012. Sofern in 2012 ein unzutref­fender Lohnsteu­er­abzug vorge­nommen wurde, kann dies im Rahmen der Einkom­men­steu­er­ver­an­lagung 2012 korri­giert werden. Wer beispiels­weise als Berufs­pendler den Aufwand für den Weg zur Arbeit als Freibetrag erstmals ab 2012 beantragt hat, dem Arbeit­geber diese Infor­mation aber nicht mitteilt, hat zwar zunächst netto weniger „im Porte­monnaie“. Mit Abgabe einer Steuer­erklärung für das Jahr 2012 wird aller­dings der zutref­fende Steuer­betrag berechnet und ggf. zu viel einbe­haltene Lohnsteuer erstattet. Ist der bislang geltende Freibetrag zu hoch – z. B. wenn im Jahr 2012 Fahrten zwischen Wohnung und regel­mä­ßiger Arbeits­stätte entfallen – kann es im Rahmen der Einkom­men­steu­er­ver­an­lagung 2012 zu einer Nachzahlung kommen. Um dies zu vermeiden, sollten Änderungen der persön­lichen Verhält­nisse dem Finanzamt mitge­teilt und dem Arbeit­geber ein Ausdruck mit den neu geltenden Freibe­trägen vorgelegt werden.

Berufs­ein­steiger. Für alle Berufs­ein­steiger stellt das Finanzamt bis zum Start des elektro­ni­schen Verfahrens – wie bisher – auf Antrag eine Ersatz­be­schei­nigung aus. Diese ist dem Arbeit­geber vorzu­legen.

Ausbil­dungs­beginn in 2012. Die Verein­fa­chungs­re­gelung für Auszu­bil­dende gilt auch im Kalen­derjahr 2012. Das bedeutet: Ledige Auszu­bil­dende, die im Kalen­derjahr 2012 ein Ausbil­dungs­ver­hältnis als erstes Dienst­ver­hältnis beginnen, benötigen keine Ersatz­be­schei­nigung. Der Ausbil­dungs­be­trieb kann die Lohnsteuer nach der Steuer­klasse I berechnen, wenn der Auszu­bil­dende seine Identi­fi­ka­ti­ons­nummer, sein Geburts­datum sowie die Religi­ons­zu­ge­hö­rigkeit mitteilt und gleich­zeitig schriftlich bestätigt, dass es sich um das erste Dienst­ver­hältnis handelt. Für Auszu­bil­dende, für die im Jahr 2011 die Verein­fa­chungs­re­gelung bereits angewandt wurde, gilt diese weiterhin.

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