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Aufwen­dungen für die betrieb­liche Alters­ver­sorgung

Die betrieb­liche Alters­ver­sorgung ist für viele Arbeit­nehmer als Ergänzung zur gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung ein wichtiger Bestandteil ihrer Alters­vor­sorge. Die Beiträge und Einzah­lungen in die betrieb­lichen Alters­ver­sor­gungs­systeme werden steuerlich gefördert. Ferner zählen diese Aufwen­dungen teilweise nicht zum beitrags­pflich­tigen Arbeits­entgelt in der Sozial­ver­si­cherung. Nachfol­gender Aufsatz gibt dazu einen Überblick.


Durch­füh­rungswege. In der betrieb­lichen Alters­ver­sorgung gibt es fünf Durch­füh­rungswege, davon zwei interne Durch­füh­rungswege (Direkt­zu­sagen oder Unter­stüt­zungs­kassen). Zudem gibt es drei externe Durch­füh­rungswege (Direkt­ver­si­che­rungen, Pensi­ons­kassen oder Pensi­ons­fonds). Welcher oder welche der möglichen Durch­füh­rungswege im Betrieb angeboten werden, entscheidet grund­sätzlich der Arbeit­geber.

Formen der Finan­zierung.

Heute sind häufig die Arbeit­nehmer am Aufbau einer betrieb­lichen Alters­ver­sorgung beteiligt, während in früheren Jahren die „Betriebs­rente” weitgehend allein vom Arbeit­geber finan­ziert wurde.

Möglich sind Beitrags­zah­lungen und Einzah­lungen allein durch den Arbeit­geber, allein durch den Arbeit­nehmer oder gemeinsam durch Arbeit­geber und Arbeit­nehmer.

Arbeit­ge­ber­fi­nan­zierte Beiträge und Einzah­lungen. In den internen Durch­füh­rungs­wegen (Direkt­zu­sagen und Unter­stüt­zungs­kassen) werden die Einzah­lungen oder Rückstel­lungen durch den Arbeit­geber nicht als steuer- und beitrags­pflich­tiges Entgelt angesehen. Sie stellen keine zugeflos­senen steuer­lichen Einnahmen dar und sind kein Arbeits­entgelt. Bei Direkt­ver­si­che­rungen mit vorge­se­hener Renten­zahlung – auch bei zusätz­lichem Wahlrecht auf Kapital­aus­zahlung – sowie kapital­ge­deckten Pensi­ons­kassen und Pensi­ons­fonds sind die Beiträge und Einzah­lungen des Arbeit­gebers bis zu einem Betrag von 4 % der jährlichen Beitrags­be­mes­sungs­grenze (BBG) in der allge­meinen gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung steuerfrei und beitragsfrei in der Sozial­ver­si­cherung. Im Jahr 2012 sind dies 4 % von 67.200 EUR = 2.688 EUR. Darüber hinaus können bei Vertrags­ab­schlüssen seit 1.1.2005 höhere Beiträge noch bis zu einem zusätz­lichen Betrag von 1.800 EUR steuerfrei sein. Sie sind jedoch mangels einer gesetz­lichen Regelung nicht beitragsfrei in der Sozial­ver­si­cherung. Bei vor dem 1.1.2005 abgeschlos­senen Verträgen mit Versi­che­rungen und kapital­ge­deckten Pensi­ons­kassen sowie generell für Alters­ver­sor­gungen bei umlage­fi­nan­zierten Pensi­ons­kassen gelten Beson­der­heiten.

Arbeit­neh­mer­fi­nan­zierte Beiträge und Einzah­lungen.Die Finan­zierung durch den Arbeit­nehmer kann entweder über eine Brutto­ent­gelt­um­wandlung oder über eine Netto­ent­gelt­ver­wendung erfolgen.

Brutto­ent­gelt­um­wandlung. Bei einer Brutto­ent­gelt­um­wandlung verein­baren Arbeit­geber und Arbeit­nehmer, dass an die Stelle eines Teils des Entgelt­an­spruchs entweder eine Versor­gungs­zusage des Arbeit­gebers tritt (bei Direkt­zusage, Unter­stüt­zungs­kasse) oder ein Teil des Entgelt­an­spruchs als Beitrag zur Finan­zierung einer betrieb­lichen Alters­si­cherung (Direkt­ver­si­cherung, Pensi­ons­kasse, Pensi­ons­fonds) verwendet wird. In den internen Durch­füh­rungs­wegen der Direkt­zu­sagen und Unter­stüt­zungs­kassen stellen die umgewan­delten Entgelt­teile – ohne betrags­mäßige Begrenzung – keinen steuer­pflich­tigen Lohn mehr dar. In der Sozial­ver­si­cherung sind die für die Alters­ver­sorgung verwen­deten Entgelt­teile begrenzt bis zur Höhe von 4 % der jährlichen BBG in der allge­meinen gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung (2012 = 2.688 EUR) beitragsfrei. Bei Direkt­ver­si­che­rungen mit vorge­se­hener Renten­zahlung – auch bei zusätz­lichem Wahlrecht auf Kapital­aus­zahlung – sowie kapital­ge­deckten Pensi­ons­kassen und Pensi­ons­fonds sind Beiträge aufgrund einer Brutto­ent­gelt­um­wandlung bis zu einem Betrag von 4 % der jährlichen BBG in der allge­meinen gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung (2012 = 2.688 EUR) steuerfrei und beitragsfrei in der Sozial­ver­si­cherung.

Höhere Beiträge können bei Vertrags­ab­schlüssen seit 1.1.2005 noch bis zu einem zusätz­lichen Betrag von 1.800 EUR steuerfrei sein. Sie sind jedoch mangels einer gesetz­lichen Regelung nicht beitragsfrei in der Sozial­ver­si­cherung. Bei vor dem 1.1.2005 abgeschlos­senen Verträgen mit Versi­che­rungen und kapital­ge­deckten Pensi­ons­kassen sowie generell für Alters­ver­sor­gungen bei umlage­fi­nan­zierten Pensi­ons­kassen gelten Beson­der­heiten.

Auf die steuer- und beitrags­freien Beträge aus einer Brutto­ent­gelt­um­wandlung werden ggf. steuer- und beitrags­freie Zahlungen des Arbeit­gebers angerechnet. Die Steuer- und Beitrags­freiheit der arbeit­ge­ber­fi­nan­zierten Beiträge ist vorrangig gegenüber den auf Entgelt­um­wandlung beruhenden Beiträgen. Zunächst sind die arbeit­ge­ber­fi­nan­zierten Beiträge bei der Steuer- und Beitrags­freiheit zu berück­sich­tigen und die auf Entgelt­um­wandlung beruhenden Beiträge nur noch insoweit, als der Freibetrag nicht bereits durch die Arbeit­ge­ber­bei­träge ausge­schöpft worden ist.

Vermin­derte Leistungs­an­sprüche bei Brutto­ent­gelt­um­wandlung. Im Falle einer Brutto­ent­gelt­um­wandlung zugunsten einer betrieb­lichen Alters­ver­sorgung gilt regel­mäßig ein Teil des Entgelt­an­spruchs nicht mehr als steuer- und beitrags­pflich­tiges Arbeits­entgelt. Es verringert sich dadurch nicht nur die Bemes­sungs­grundlage für die zu zahlenden Steuern, sondern auch die Bemes­sungs­grundlage für die Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge, soweit die Beitrags­be­mes­sungs­grenze nicht überschritten ist. Die gerin­geren Beiträge führen grund­sätzlich zu einer gerin­geren gesetz­lichen Absicherung in den Sozial­ver­si­che­rungs­sys­temen:

  • Im Renten­ver­si­che­rungs­konto werden geringere Arbeits­ent­gelte gespei­chert, sodass sich im Rentenfall ein gerin­gerer Renten­an­spruch ergibt.
  • Bei krank­heits­be­dingter Arbeits­un­fä­higkeit besteht ein gerin­gerer Anspruch auf Krankengeld.
  • Im Falle von Arbeits­lo­sigkeit besteht ein gerin­gerer Anspruch auf Arbeits­lo­sengeld.

Netto­ent­gelt­ver­wendung. Die betrieb­liche Alters­ver­sorgung kann vom Arbeit­nehmer anstelle durch Brutto­ent­gelt­um­wandlung auch durch Verwendung von einem Teil des Netto­ent­gelts finan­ziert werden, d. h. aus einem bereits versteu­erten und verbei­tragten Arbeits­entgelt. Durch diese Form der Finan­zierung verringert sich die gesetz­liche soziale Absicherung in den Sozial­ver­si­che­rungs­sys­temen nicht. Der Arbeit­nehmer kann außerdem in den Durch­füh­rungs­wegen Direkt­ver­si­che­rungen mit vorge­se­hener Renten­zahlung (auch bei zusätz­lichem Wahlrecht auf Kapital­aus­zahlung), Pensi­ons­kassen und Pensi­ons­fonds die sog. „Riester­för­derung” in Anspruch nehmen, die staat­liche Zulagen und ggf. zusätz­liche Steuer­ver­güns­ti­gungen beinhaltet.

Beson­der­heiten – vor dem 1.1.2005 abgeschlossene Direkt­ver­si­che­rungs­ver­träge.Bei vor dem 1.1.2005 abgeschlos­senen Direkt­ver­si­che­rungs­ver­trägen können die Beiträge weiterhin pauschal besteuert werden, wenn die Voraus­set­zungen für die Steuer­freiheit nicht erfüllt sind (= im Leistungsfall keine Renten­zahlung vorge­sehen, sondern ausschließlich Kapital­aus­zahlung) oder der Arbeit­nehmer bis zum 30.6.2005 auf die Steuer­freiheit verzichtet hat. Die Pauschal­be­steuerung ist bis zu einem Betrag von jährlich 1.752 EUR bzw. 2.148 EUR möglich. In der Sozial­ver­si­cherung sind die pauschal besteu­erten Beiträge zu vor dem 1.1.2005 abgeschlos­senen Direkt­ver­si­che­rungs­ver­trägen in den Fällen beitragsfrei, in denen die Beiträge vom Arbeit­geber zusätzlich zu Löhnen und Gehältern gewährt werden oder im Falle einer Brutto­ent­gelt­um­wandlung dafür einmalig gezahltes Arbeits­entgelt verwendet wird.

Vor dem 1.1.2005 abgeschlossene Alters­ver­sor­gungs­ver­träge mit kapital­ge­deckten Pensi­ons­kassen.Die Beiträge für die Alters­ver­sorgung in kapital­ge­deckte Pensi­ons­kassen können pauschal besteuert werden, soweit der Steuer­frei­betrag (2012: 2.688 EUR) ausge­schöpft wurde. Die Pauschal­be­steuerung ist bis zu zusätzlich 1.752 EUR jährlich (bzw. 2.148 EUR) möglich. Zur Beitrags­freiheit in der Sozial­ver­si­cherung führt die Pauschal­be­steuerung der Beiträge zu vor dem 1.1.2005 abgeschlos­senen Alters­ver­sor­gungs­ver­trägen mit kapital­ge­deckten Pensi­ons­kassen, wenn die Beiträge vom Arbeit­geber zusätzlich zu Löhnen und Gehältern gewährt werden oder im Falle einer Brutto­ent­gelt­um­wandlung dafür einmalig gezahltes Arbeits­entgelt verwendet wird.

Umlage­fi­nan­zierte Pensi­ons­kassen. Für die Beiträge in umlage­fi­nan­zierte Pensi­ons­kassen besteht seit 1.1.2008 Steuer­freiheit im Rahmen des § 3 Nr. 56 EStG bis zur Höhe von 1 % der jährlichen BBG in der allge­meinen gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung (2012: 1 % von 67.200 EUR = 672 EUR). Darüber hinaus können die Beiträge bis zu einem Betrag von jährlich 1.752 EUR (bzw. 2.148 EUR) pauschal besteuert werden. In der Sozial­ver­si­cherung sind die steuer­freien und die pauschal versteu­erten Beiträge beitragsfrei, wenn sie vom Arbeit­geber zusätzlich zu Löhnen und Gehältern gezahlt werden oder im Falle einer Brutto­ent­gelt­um­wandlung dafür einmalig gezahltes Arbeits­entgelt verwendet wird. Für Einzah­lungen in eine umlage­fi­nan­zierte Pensi­ons­kasse mit einer beson­deren Versor­gungs­re­gelung (in der Regel im öffent­lichen Dienst) gelten nach § 1 Abs. 1 Sätze 3 und 4 SvEV einschrän­kende Regelungen.


Quelle: SUMMA SUMMARUM Ausgabe 02/2012, Deutsche Renten­ver­si­cherung Bund, Ruhrstraße 2, 10709 Berlin.

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