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Entwicklung der Minijobs und Gleitzone 2012

Nach den Plänen der Regie­rungs­ko­alition soll die Entgelt­grenze für die Minijobs ab 2012 auf 450 EUR erhöht werden. Ebenso soll die Gleitzone angepasst werden. Die Gleit­zo­nen­re­gelung soll nach den aktuellen Plänen demnächst für Entgelte ab 450,01 EUR bis 850,00 EUR gelten. Voraus­sichtlich werden diese Erhöhungen frühestens zum 01.04. oder zum 01.07.2012 in Kraft treten.


Definition des Minijobs. Eine gering­fügig entlohnte Beschäf­tigung liegt vor, wenn das Arbeits­entgelt regel­mäßig im Monat 400 EUR nicht überschreitet. Das regel­mäßige monat­liche Arbeits­entgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäf­tigung gegen Arbeits­entgelt besteht. Dabei sind maximal 12 Monate anzusetzen. Das regel­mäßige monat­liche Arbeits­entgelt darf durch­schnittlich im Jahr 400 EUR nicht übersteigen. Das entspricht einer Verdienst­grenze von maximal 4.800 EUR pro Jahr bei durch­ge­hender mindestens 12 Monate dauernder Beschäf­tigung. Dem regel­mä­ßigen monat­lichen Arbeits­ver­dienst sind auch einmalige Einnahmen hinzu­zu­rechnen, die mit hinrei­chender Sicherheit mindestens einmal jährlich gezahlt werden, wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld.

Anpassung Minijobs. Zur Verbes­serung der sozialen Absicherung soll der Grenzwert von 400 EUR auf 450 EUR monatlich angehoben werden. Ferner ist vorge­sehen, dass die gering­fügig entlohnt Beschäf­tigten künftig grund­sätzlich renten­ver­si­che­rungs­pflichtig sind. Aus eigenen Mitteln soll dabei der pauschale Renten­ver­si­che­rungs­beitrag des Arbeit­gebers (15 %) bis zum Beitragssatz der Renten­ver­si­cherung auf (2012 = 19,6 %, Arbeit­neh­mer­anteil somit 4,6 %) aufge­stockt werden. Auf Antrag wird jedoch eine Versi­che­rungs­freiheit gewährt. Derzeit sind gering­fügig entlohnt Beschäf­tigte in der Regel renten­ver­si­che­rungsfrei. Sie können jedoch auf Wunsch versi­che­rungs­pflichtig werden.

Definition der Gleitzone. Arbeit­nehmer sind in der sogenannten Gleitzone beschäftigt, wenn ihr regel­mä­ßiges monat­liches Arbeits­entgelt zwischen 400,01 EUR und maximal 800,00 EUR liegt. Bei mehreren Beschäf­ti­gungen ist das insgesamt erzielte Arbeits­entgelt maßgebend.

Während gering­fügige Beschäf­ti­gungen mit einem Arbeits­entgelt bis zu 400,00 EUR im Monat versi­che­rungsfrei bleiben, sind Beschäf­ti­gungen in der Gleitzone versi­che­rungs­pflichtig.

Aller­dings hat der Arbeit­nehmer nur einen reduzierten Sozial­ver­si­che­rungs­beitrag zu zahlen. Dieser beträgt bei 400,01 EUR ca. 10 Prozent des Arbeits­ent­gelts und steigt auf den vollen Arbeit­neh­mer­beitrag von ca. 21 Prozent bei 800,00 EUR Arbeits­entgelt an. Der Arbeit­geber hat dagegen stets den vollen Beitrags­anteil zu tragen. Die Regelung zur Gleitzone gilt jedoch nicht für Auszu­bil­dende sowie für Teilnehmer am freiwil­ligen sozialen oder freiwil­ligen ökolo­gi­schen Jahr. Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse mit einem Arbeits­entgelt in der Gleitzone begründen grund­sätzlich Versi­che­rungs­pflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­cherung. Daher ist nicht die Minijob-Zentrale, sondern die jeweilige Kranken­kasse des Arbeit­nehmers als Einzugs­stelle für die Meldungen zur Sozial­ver­si­cherung und den Einzug der Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge zuständig.

Anpassung Gleitzone. Im Gespräch ist eine Erhöhung der Entgelt­grenze im Rahmen der Gleitzone. Die Gleit­zo­nen­re­gelung soll für Entgelte ab 450,01 EUR bis 850,00 EUR gelten. Eventuell sollen sogar Entgelte bis zu 900 EUR monatlich der Gleitzone zuzuordnen sein.

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