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Finan­zielle Förderung für die Beratung kleinerer und mittlerer Unter­nehmen

Bund und Länder fördern kleine und mittlere Unter­nehmen durch die diversen Förder­pro­gramme. Für Existenz­gründer sowie Unter­nehmen gibt es aktuell alleine in Nieder­sachsen über 270 Förder­pro­gramme.

Die Förder­pro­gramme haben immer einen klaren Regelungs­gehalt. Eine Förderung ist dabei grund­sätzlich ausge­schlossen, wenn Rechts-, Versi­cherung- oder Steuer­fragen im Vorder­grund stehen. Die Maßnahmen dürfen zudem in der Regel nicht mit anderen Förder­mitteln finan­ziert werden.


Poten­tielle Gründer werden insbe­sondere bei wirtschaft­lichen, finan­zi­ellen und organi­sa­to­ri­schen Frage­stel­lungen unter­stützt. Es geht dabei in der Regel um die Beurteilung der Konkurrenz- und Tragfä­higkeit des Konzeptes sowie die wirtschaft­liche Planung. Die Gründer sollen auch bei den Forma­li­täten unter­stützt werden. In Nieder­sachsen werden Existenz­gründer z. B. das Programm „Gründungs­coa­ching Nieder­sachsen (Vorgründung)“ gefördert.

Ziel der Förderung ist die beglei­tende Beratung zu Fragen der Gründung oder Übernahme eines Unter­nehmens. Dazu gehören Analysen zur Chancen- und Risiko­be­wertung des Vorhabens, zur Tragfä­higkeit des Gründungs­kon­zeptes sowie zur Gründer­per­sön­lichkeit.

Das Förder­pro­gramm unter­scheidet zwischen zwei Zielge­bieten. Das Zielgebiet „Konvergenz“ besteht aus den Landkreisen Celle, Cuxhaven, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Soltau-Falling­bostel, Stade, Uelzen und Verden. Das übrige Landes­gebiet wird als Zielgebiet „Regionale Wettbe­werbs­fä­higkeit und Beschäf­tigung“ bezeichnet.

Die Höhe der Förderung beträgt in der Regel 50% der zuwen­dungs­fä­higen Ausgaben je Tagewerk im Zielgebiet Regionale Wettbe­werbs­fä­higkeit und Beschäf­tigung und bis zu 75% im Zielgebiet Konvergenz. Die zuwen­dungs­fä­higen Ausgaben pro Tagewerk dürfen maximal 800 EUR betragen. Bei Beratungen über Unter­neh­mens­über­nahmen, Existenz- und Ausgrün­dungen aus Hochschulen und Forschungs­ein­rich­tungen verringert sich der Eigen­anteil des Antrag­stellers um 5%. Ein Tagewerk umfasst acht Stunden. Die Förderung kann drei bis zwanzig Tagewerke umfassen. Die Beratung kann in kürzere Abschnitte unter­teilt werden.

Förderung zur Sicherung der Gründung Innerhalb von fünf Jahren nach der Unter­neh­mens­gründung können Gründer zur Optimierung der Prozesse und der Stabi­li­sierung finan­ziell gefördert werden. Die KfW Banken­gruppe fördert mit Unter­stützung des Europäi­schen Sozial­fonds (ESF) Coaching­maß­nahmen, um Existenz­gründern die Finan­zierung von Beratungen zu ermög­lichen und den Bestand von Existenz­grün­dungen zu erhöhen. Gefördert werden Coaching­maß­nahmen zu wirtschaft­lichen, finan­zi­ellen und organi­sa­to­ri­schen Fragen in den ersten fünf Jahren der Start- und Festi­gungs­phase nach Gründung. Existenz­gründer aus der Arbeits­lo­sigkeit können eine erhöhte Förderung erhalten.

Antrags­be­rechtigt sind Existenz­gründer im Bereich der gewerb­lichen Wirtschaft sowie der Freien Berufe, die in den zurück­lie­genden fünf Jahren ein Unter­nehmen gegründet oder übernommen haben. Das Unter­nehmen muss die Voraus­set­zungen der KMU-Definition der EU erfüllen und seinen Sitz und Geschäfts­be­trieb in der Bundes­re­publik Deutschland haben. Nicht gefördert werden Existenz­gründer, die überwiegend im Bereich der Unter­neh­mens­be­ratung tätig sind, Gründer im Bereich der landwirt­schaft­lichen Primär­er­zeugung, Fischerei und Aquakultur sowie Unter­nehmen in Schwie­rig­keiten i.S.d. Leitlinien der Europäi­schen Kommission. Die Gründung bzw. Übernahme muss erfolgt sein und darf zum Zeitpunkt der Antrag­stellung nicht länger als fünf Jahre zurück­liegen. Bei einer tätigen Betei­ligung an einem Unter­nehmen muss der Existenz­gründer über eine ausrei­chende unter­neh­me­rische Entschei­dungs­freiheit verfügen.

Bei der Förderung von Gründungen aus der Arbeits­lo­sigkeit muss die Antrag­stellung im ersten Jahr nach der Gründung erfolgen. Zudem muss der Existenz­gründer in diesem Zeitraum Leistungen nach dem SGB zur Aufnahme einer selbstän­digen Tätigkeit erhalten haben. Nicht gefördert werden insbe­sondere Coaching­maß­nahmen in der Vorgrün­dungs­phase sowie Beratungen, die überwiegend Rechts-, Versi­che­rungs- und Steuer­fragen zum Inhalt haben.

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses. Die Höhe der Förderung beträgt in den neuen Bundes­ländern sowie den sogenannten „Phasing out“-Regionen (Südwest-Brandenburg, Lüneburg, Leipzig und Halle) 75% und in den alten Bundes­ländern (einschl. Berlin) 50% des Berater­ho­norars bei einem maximalen Tagessatz von 800 EUR. Ein Tagewerk umfasst 8 Stunden. Das insgesamt vertraglich zu verein­ba­rende Netto-Berater­ho­norar darf die Bemes­sungs­grundlage von maximal 6.000 EUR nicht überschreiten. Existenz­gründer aus der Arbeits­lo­sigkeit erhalten einen erhöhten Zuschuss von 90% des Berater­ho­norars bei einer maximalen Bemes­sungs­grundlage von 4.000 EUR. Die Förderung kann innerhalb der laufenden Förder­pe­riode (2007–2013) bis zur Ausschöpfung der maximalen Bemes­sungs­grundlage von 6.000 EUR wiederholt beantragt werden.

Förderung zur Erhaltung der Leistungs- und Wettbe­werbs­fä­higkeit Um die Leistungs- und Wettbe­werbs­fä­higkeit zu steigern und die Anpassung an verän­derte wirtschaft­liche Rahmen­be­din­gungen zu erleichtern, fördert der Bund mit Unter­stützung des Europäi­schen Sozial­fonds (ESF) Beratungen von Unter­nehmen der gewerb­lichen Wirtschaft und der Freien Berufe.

Gefördert werden allge­meine Beratungen zu allen wirtschaft­lichen, techni­schen, finan­zi­ellen, perso­nellen und organi­sa­to­ri­schen Fragen der Unter­neh­mens­führung, zum Umwelt­schutz, Arbeits­schutz und zur Arbeits­si­cherheit, Beratungen zur Unter­neh­mens­führung durch Unter­neh­me­rinnen und Migranten, zur Einführung famili­en­freund­licher Maßnahmen in Unter­nehmen sowie spezielle Beratungen zu den Themen Techno­logie- und Innovation, Außen­wirt­schaft, Quali­täts­ma­nage­ment­systeme, Koope­ra­tionen, betriebs­wirt­schaft­liche Fragen der Mitar­bei­ter­be­tei­ligung im Unter­nehmen und Unter­neh­mens­rating. Antrags­be­rechtigt sind Unter­nehmen der gewerb­lichen Wirtschaft und der Freien Berufe gemäß KMU-Definition der EU ab einem Jahr nach Gründung mit Sitz und Geschäfts­be­trieb oder einer Zweig­nie­der­lassung in der Bundes­re­publik Deutschland.

Die Beratungen müssen konzep­tionell durch­ge­führt werden, zunächst muss eine Analyse der Situation des beratenen Unter­nehmens erfolgen und darauf aufbauend müssen konkrete betriebs­in­di­vi­duelle Handlungs­emp­feh­lungen zur Umsetzung in die betrieb­liche Praxis gegeben werden. Die konzep­tio­nelle Beratungs­leistung ist in einem schrift­lichen Beratungs­be­richt wieder­zu­geben. Die Beratung muss von selbstän­digen Beratern bzw. von Beratungs­un­ter­nehmen durch­ge­führt werden, die über die erfor­der­lichen Fähig­keiten verfügen und deren überwie­gender Geschäfts­zweck auf entgelt­liche Unter­neh­mens­be­ratung gerichtet ist. Von der Beratung ausge­schlossen sind Beratungen im Rahmen der Existenz­gründung, gutach­ter­liche Stellung­nahmen, Beratungen, in deren Rahmen Waren oder Dienst­leis­tungen angeboten oder vertrieben werden, die mit Akqui­si­tions- und Vermitt­lungs­tä­tig­keiten verbunden sind, die Rechts und Versi­che­rungs­fragen sowie steuer­be­ra­tende Tätig­keiten zum Inhalt haben oder die mit anderen öffent­lichen Zuschüssen finan­ziert werden.

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss zu den Beratungs­kosten. Der Zuschuss beträgt im Geltungs­be­reich der alten Bundes­länder einschließlich Berlin 50%, in allen anderen Bundes­ländern sowie dem Regie­rungs­bezirk Lüneburg 75% der in Rechnung gestellten Beratungs­kosten (ohne Mehrwert­steuer), höchstens jedoch 1.500 EUR je Beratung. Je Antrag­steller können mehrere thema­tisch vonein­ander getrennte Beratungen gefördert werden, allge­meine Beratungen zusammen bis zu einem Höchst­betrag von insgesamt 3.000 EUR. Dies gilt ebenfalls für spezielle Beratungen. Für Umwelt­schutz- und Arbeits­schutz­be­ra­tungen, Beratungen für Unter­neh­me­rinnen und Migranten sowie zur Einführung famili­en­freund­licher Maßnahmen gilt diese Beschränkung nicht.

Förderung bei wirtschaft­lichen Schwie­rig­keiten Gerät ein Unter­nehmen in wirtschaft­liche Schwie­rig­keiten, kann dieses bei der Ermittlung der Schwach­stellen und daraus resul­tie­render Umset­zungs­vor­haben unter­stützt werden.

Die KfW-Programme „Runder Tisch“ und „Turn-Around“ für Unter­nehmen mit wirtschaft­lichen Schwie­rig­keiten angeboten. Im Rahmen des Runden Tischs werden Unter­nehmen in Schwie­rig­keiten durch Betreuungs- und Beratungs­an­gebote unter­stützt. Unter Einbe­ziehung aller Betei­ligten werden die bestehenden Probleme analy­siert und Lösungs­vor­schläge entwi­ckelt. Antrags­be­rechtigt sind kleine und mittlere Unter­nehmen (KMU) gemäß KMU-Definition der EU aus dem gesamten Bundes­gebiet. Unter­nehmen, die einen Insol­venz­antrag gestellt haben bzw. dazu verpflichtet sind, sind von der Förderung ausge­schlossen. Das Unter­nehmen muss aufgrund einer nicht erwar­tungs­gemäß verlau­fenden wirtschaft­lichen Entwicklung in Schwie­rig­keiten geraten sein, obwohl es über gute Markt­chancen verfügt.

Die Förderung besteht in der Beratung bzw. Betreuung des Unter­nehmens durch einen Berater, den das Unter­nehmen aus der Projekt­be­treu­er­liste der KfW auswählt. Der Projekt­be­treuer erstellt eine Schwach­stellen- und Betriebs­analyse und erarbeitet bei positiver Betriebs­be­wertung einen Lösungs­vor­schlag. Der Unter­neh­men­scheck umfasst maximal zehn Tagewerke à acht Stunden, in Höhe von 160 EUR pro Einsatztag. Diese Kosten werden von der KfW und ggf. weiteren Finan­zie­rungs­partnern in den Bundes­ländern getragen. Im Rahmen der Turn-Around-Beratung fördert die KfW Banken­gruppe mit Unter­stützung des Europäi­schen Sozial­fonds (ESF) Beratungs­maß­nahmen zu wirtschaft­lichen, finan­zi­ellen und organi­sa­to­ri­schen Fragen von Unter­nehmen, die sich in einer wirtschaftlich schwie­rigen Situation befinden.

Ziel ist es, die Wettbe­werbs- und Leistungs­fä­higkeit des Unter­nehmens wieder­her­zu­stellen. Antrags­be­rechtigt sind kleine und mittlere Unter­nehmen (KMU) gemäß KMU-Definition der EU mit Sitz und Geschäfts­be­trieb in der Bundes­re­publik Deutschland. Nicht gefördert werden Unter­nehmen, die überwiegend im Bereich der Unter­neh­mens­be­ratung oder im Bereich der landwirt­schaft­lichen Primär­er­zeugung, Fischerei und Aquakultur tätig sind, sowie Unter­nehmen, an denen Religi­ons­ge­mein­schaften oder juris­tische Personen des öffent­lichen Rechts mit Mehrheit beteiligt sind. Das Unter­nehmen muss aufgrund einer nicht erwar­tungs­gemäß verlau­fenden wirtschaft­lichen Entwicklung in Schwie­rig­keiten geraten sein. Eine aktuelle Schwach­stel­len­analyse von einem unabhän­gigen, fachlich kompe­tenten Berater muss ergeben, dass mindestens eine der Voraus­set­zungen eines Unter­nehmens in Schwie­rig­keiten im Sinne der EU vorliegt und das Unter­nehmen über eine positive Fortfüh­rungs­pro­gnose verfügt. Zudem muss die Schwach­stel­len­analyse konkrete Maßnahmen zur Wieder­her­stellung der Wettbe­werbs- und Leistungs­fä­higkeit des Unter­nehmens beinhalten. Die Schwach­stel­len­analyse darf nicht älter als acht Wochen sein.

Vorhaben, bei denen der Antrag­steller seine Geschäfts­tä­tigkeit oder seine Zahlungen einge­stellt hat oder bei dem über das Vermögen des Antrag­stellers ein Insol­venz­ver­fahren beantragt oder eröffnet worden ist, sind von der Förderung ausge­schlossen. Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses. Die Höhe des Zuschusses beträgt in den neuen Bundes­ländern und in der Phasing Out-Region Lüneburg 75%, in den alten Bundes­ländern (einschl. Berlin) 50% des Berater­ho­norars bei einem maximalen Tagessatz von 800 EUR. Ein Tagewerk umfasst 8 Stunden. Das insgesamt vertraglich zu verein­ba­rende Nettobe­ra­ter­ho­norar darf die Bemes­sungs­grundlage von maximal 8.000 EUR nicht überschreiten. Die Förderung kann innerhalb der laufenden Förder­pe­riode (2007–2013) bis zur Ausschöpfung der maximalen Bemes­sungs­grundlage von 8.000 EUR beantragt werden.

Indivi­duelle Weiter­bildung in Nieder­sachsen (IWiN) Ziel ist die Förderung von indivi­du­ellen Weiter­bil­dungs­maß­nahmen, Dadurch soll der Struk­tur­wandel in Nieder­sachsen unter­stützt werden. Zielgruppe sind Beschäf­tigte in kleinen und mittleren Unter­nehmen (KMU) mit Betriebssitz in Nieder­sachsen sowie Betriebsinhaber/ innen von Unter­nehmen mit weniger als 50 Beschäf­tigten. Gefördert wird mit einem nicht rückzahl­baren Zuschuss zu den Kosten der Weiter­bildung. Im Zielgebiet Konvergenz beträgt die Förderung bis zu 70 % und im Zielgebiet RWB bis zu 50 %. Über die Höhe der Förderung entscheidet jeweils die zuständige Regionale Anlauf­stelle für ESF-geför­derte Weiter­bildung (im Regelfall die nieder­säch­si­schen Handwerks- sowie Industrie- und Handels­kammern).

Bürgschaften Um den finan­zi­ellen Kredit­spielraum von bestehenden Unter­nehmen und Existenz­gründern zu erweitern und die nach dem Kredit­we­sen­gesetz (KWG) erfor­der­liche Besicherung von Krediten zu besichern, ersetzt die Nieder­säch­sische Bürgschaftsbank (NBB) GmbH im Rahmen einer Bürgschafts­über­nahme fehlende Sicher­heiten, sofern eine eigene Besicherung nicht darstellbar ist. Kredite können mit einer bis zu 80%-igen Ausfall­bürg­schaft der NBB werthaltig besichert werden.

Die maximale Bürgschaftshöhe beträgt 1 Million Euro. Als Finan­zie­rungs­an­lässe kommen vor allem Betriebs­er­wei­te­rungen bzw. –verla­ge­rungen, Betriebs­mit­tel­fi­nan­zie­rungen, Auftrags­vor­fi­nan­zie­rungen, Saison­kredite, Rückver­bürgung von Banka­valen, Existenz­grün­dungs­fi­nan­zie­rungen und Übernahme bestehender Unter­nehmen, Finan­zierung von Waren­lagern sowie Übernahme von Geschäfts­an­teilen in Betracht.

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