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Die E-Bilanz

In dem Steuer­bü­ro­kra­tie­ab­bau­gesetz, das im Wesent­lichen am 01.01.2009 in Kraft trat, wurde mit § 5b EStG eine Vorschrift für die elektro­nische Übermittlung der Bilanz sowie Gewinn- und Verlust­rechnung geschaffen. Diese Verpflichtung gilt auch für die Überlei­tungs­rechnung von handels­recht­lichen Bilanz­po­si­tionen für steuer­liche Zwecke. Aber auch Steuer­pflichtige, die den Gewinn als Überschuss der Betriebs­ein­nahmen über die Betriebs­aus­gaben ermitteln, müssen die Daten elektro­nisch übertragen.

§ 5b EStG sollte ursprünglich für Wirtschafts­jahre, die nach dem 31. Dezember 2010 beginnen. Der Anwen­dungs­zeit­punkt wurde schließlich jedoch um ein Jahr verschoben. Die Pilot­phase ist mittler­weile im Wesent­lichen abgeschlossen.


Die Verpflichtung zur elektro­ni­schen Daten­über­mittlung betrifft grund­sätzlich alle Bilan­zie­rungs­pflich­tigen unabhängig von der Rechtsform oder Größe des Unter­nehmens. Umfasst sind auch Eröff­nungs­bi­lanzen sowie berich­tigte oder geänderte Bilanzen.

Die Einnah­me­über­schuss­rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG schließt den Anwen­dungs­be­reich des § 5b EStG aus. Der amtlich vorge­schriebene Datensatz der Anlage EUR ist jedoch elektro­nisch zu übermitteln.

Erwei­terung der Daten­über­tragung. Während Betriebe bisher nur Umsatz­steuer- Voranmel­dungen und Lohnsteuer-Anmel­dungen elektro­nisch übertragen mussten, sind ab dem Veran­la­gungs­zeitraum 2011 ebenfalls die Erklä­rungen zur Körper­schaft­steuer / Erklä­rungen zur geson­derten Feststellung von Besteue­rungs­grund­lagen, mithin des Verlustes bzw. des Einla­ge­kontos (§ 31 Abs. 1a KStG), Erklä­rungen zur Festsetzung des Gewer­be­steuer-Messbe­trags/ Zerle­gungs­er­klärung (§ 14a GewStG), Einkom­men­steu­er­erklärung – soweit Gewinn­ein­künfte vorhanden sind – (§ 25 Abs. 4 EStG) und die Feststel­lungs­er­klä­rungen (§ 180 Abs. 2a AO) in elektro­ni­scher Form einzu­reichen.

Lediglich in Härte­fällen kann auf eine elektro­nische Übermittlung verzichtet werden.

Taxonomie. Die Taxonomie bestimmt die verschie­den­ar­tigen Elemente – z.B. die einzelnen Positionen von Bilanz und Gewinnund Verlust­rechnung – und die Beziehung zuein­ander.

Prinzi­piell ist unter Taxonomie ein geglie­dertes Daten­schema, ähnlich einem Konten­rahmen, bestehend aus Bilanz- und Gewinn- und Verlust­po­si­tionen zu verstehen.

Für die Übermittlung des entspre­chenden Daten­satzes wurde XBRL („eXten­sible Business Reporting Language“) als Übermitt­lungs­format einheitlich festgelegt. Hierbei handelt es sich um einen Standard für den elektro­ni­schen Daten­aus­tausch von Unter­neh­mens­in­for­ma­tionen. Dieser wird z.B. auch bei der Veröf­fent­li­chung im elektro­ni­schen Bundes­an­zeiger verwendet.

Die Daten­sätze müssen dann der steuer­lichen XBRL-Taxonomie entsprechen.

Umfang des Daten­schema. Das Daten­schema umfasst ein Stamm­daten-Modul („GCDModul“) und ein Jahres­ab­schluss-Modul („GAAP-Modul“).

Das „GCD-Modul“ enthält ein Daten­schema zur Übermittlung von

  • Dokument­in­for­ma­tionen,
  • Infor­ma­tionen zum Bericht und
  • Infor­ma­tionen zum Unter­nehmen.

Das „GAAP-Modul“ enthält ein Daten­schema zur Übermittlung der gebräuch­lichen Berichts­be­stand­teile für Unter­nehmen aller Rechts­formen und Größen­ord­nungen. Folgende Berichts­be­stand­teile können zur Übermittlung genutzt werden:

  • Bilanz (Ausgangs­basis HGB)
  • Haftungs­ver­hält­nisse
  • Gewinn und Verlust­rechnung (Ausgangs­basis HGB) in den Varianten Gesamt­kosten- und Umsatz­kos­ten­ver­fahren
  • Ergeb­nis­ver­wen­dungs­rechnung
  • Kapital­kon­ten­ent­wicklung für Perso­nen­han­dels­ge­sell­schaften / Mitun­ter­neh­mer­schaften
  • Eigen­ka­pi­tal­spiegel
  • Kapital­fluss­rechnung
  • Anhang
  • Steuer­liche Modifi­ka­tionen (Überlei­tungs­rechnung der Wertan­sätze aus der Handels­bilanz zur Steuer­bilanz und Zusatz­an­gaben)
  • Lagebe­richt
  • Bericht des Aufsichtsrats
  • Beschlüsse und zugehörige Erklä­rungen.

Zusätzlich enthält das Daten­schema alter­nativ verwendbare weitere Bestand­teile, wie etwa die beiden Formen der Gewinn- und Verlust­rechnung: Gesamt­kos­ten­ver­fahren und Umsatz­kos­ten­ver­fahren.

Auf dieser Grundlage ermög­licht das Daten­schema der Taxonomie die elektro­nische Übermittlung des Inhalts der Bilanz und Gewinn- und Verlust­rechnung an die Finanz­ver­waltung nach amtlich vorge­schrie­benem Datensatz. Neben dem Stamm­daten-Modul („GCD-Modul“) sind aus dem Jahres­ab­schluss- Modul („GAAP-Modul“) insbe­sondere die Berichts­be­stand­teile

  • Bilanz
  • Gewinn- und Verlust­rechnung
  • Ergeb­nis­ver­wendung
  • Kapital­kon­ten­ent­wicklung (nur für Perso­nen­han­dels­ge­sell­schaften und andere Mitun­ter­neh­mer­schaften)
  • Steuer­liche Gewinn­ermittlung (für Einzel­un­ter­nehmen und Perso­nen­ge­sell­schaften)
  • Steuer­liche Gewinn­ermittlung bei Perso­nen­ge­sell­schaften (zusätz­liche Felder)
  • Steuer­liche Modifi­ka­tionen (insbes. Umglie­derung / Überlei­tungs­rechnung)

zu übermitteln.

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