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Der Anspruch auf Kindergeld

Die finan­zielle Förderung von Familien mit Kindern durch den Staat erfolgt vor allem durch das Kindergeld. Das Kindergeld ist keine Sozial­leistung im eigent­lichen Sinne, sondern ein Ausgleich für die Besteuerung des Existenz­mi­nimums von Kindern und daher im Einkom­men­steu­er­gesetz geregelt.


Das Kindergeld ist eine Art Voraus­zahlung auf den Steuer­vorteil durch steuer­liche Kinder­frei­be­träge und wird unabhängig vom Einkommen der Eltern ausge­zahlt. Ab einer bestimmten Einkom­menshöhe der Eltern ist das Kindergeld jedoch niedriger als der Steuer­vorteil durch die Kinder­frei­be­träge.

In diesem Fall müssen später im Steuer­be­scheid die Freibe­träge abgezogen und das Ihnen zuste­hende Kindergeld auf die Steuer­ent­lastung angerechnet werden. Das Finanzamt nimmt von Amts wegen diese Günsti­ger­prüfung im Rahmen der Veran­lagung vor. Nachfol­gender Beitrag zeigt die wichtigsten Aspekte im Zusam­menhang mit Kindergeld auf.

Anspruchs­vor­aus­set­zungen. Ein Anspruch auf Kindergeld besteht Kinder ab der Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebens­jahres. Für ein über 18 Jahre altes Kind kann bis zur Vollendung des 25. Lebens­jahres Kindergeld weiter gezahlt werden, solange es sich in einer Berufs­aus­bildung befindet.

Hat das Kind keinen Ausbil­dungs­platz, kann Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebens­jahres gezahlt werden. Hat das Kind keinen Arbeits­platz, kann bis Vollendung des 21. Lebens­jahres Kindergeld gezahlt werden.

Ausnahms­weise ist der Kinder­geld­bezug auch für eine Übergangszeit von vier Monaten zwischen zwei Ausbil­dungs­ab­schnitten möglich.

An dieser Stelle ist über ein kurioses Urteil zu berichten: Kürzlich hat Finanz­ge­richt Baden-Württemberg entschieden, dass während der Zeit der Unter­su­chungshaft kein Anspruch auf Kindergeld für ein später straf­rechtlich verur­teiltes Kind besteht.

Behin­derte Kinder. Abwei­chend von diesen Grund­sätzen kann Kindergeld bezogen werden, wenn das Kind auf Grund einer Behin­derung außer­stande ist, sich selbst zu unter­halten. Hierzu muss die Behin­derung vor Vollendung des 25. Lebens­jahres des Kindes einge­treten sein. Die Behin­derung ist durch einen Schwer­be­hin­der­ten­ausweis oder ein entspre­chendes Dokument nachge­wiesen werden.

Auszahlung des Kinder­geldes. Die Auszahlung des Kinder­geldes erfolgt immer an einen Elternteil. Dies kann an die leiblichen Eltern, Großeltern, Pflege­eltern oder Stief­eltern erfolgen. Das Kindergeld wird monatlich gezahlt. Es beträgt für das erste und zweite Kind 184 €, für das dritte Kind 190 € und für jedes weitere Kind 215 €.

Ein Anspruch auf Kindergeld besteht für jeden Monat, in dem wenigstens an einem Tag die Anspruchs­vor­aus­set­zungen vorge­legen haben. Als erstes Kind gilt dabei das älteste Kind.

Einkom­mens­grenze bei Kinder über dem 18. Lebensjahr. Nach derzei­tiger Rechtslage wird kein Kindergeld gezahlt, wenn ein über 18 Jahre altes Kind Einkünfte und Bezüge hat, die den Grenz­betrag von 8.004 € überschreiten. Überschreiten die Einkünfte und Bezüge des Kindes den maßgeb­lichen Grenz­betrag, besteht für das gesamte Kalen­derjahr kein Kinder­geld­an­spruch.

Es greift die sogenannte Fallbeil-Regelung. Nach dem vorlie­genden Entwurf des Steuer­ver­ein­fa­chungs­ge­setzes wird die Einkünfte- und Bezüge­grenze ab dem Veran­la­gungs­zeitraum 2012 voraus­sichtlich wegfallen.

Bei Kindern mit Wohnsitz im Ausland, wird der noch bestehende Grenz­betrag entspre­chend den dortigen Verhält­nissen gekürzt. Die Kürzung richtet sich nach der Länder­grup­pen­ein­teilung des Bundes­mi­nis­terium der Finanzen.

Kalen­der­mo­nat­liche Kürzung. Die Einkom­mens­grenze wird für jeden Kalen­der­monat um jeweils ein Zwölftel gekürzt, wenn das Kind das 18. Lebensjahr im Kalen­derjahr vollendet.

Besteht für ein über 18 Jahre altes Kind nur für einen Teil des Kalen­der­jahres Anspruch auf Kindergeld, so muss der Grenz­betrag entspre­chend berechnet werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Kind im Laufe des Kalen­der­jahres seine Ausbildung beendet.

Minderung des Kinder­geldes. Besteht für ein Kind Anspruch auf altrecht­liche Kinder­zulage aus der gesetz­lichen Unfall­ver­si­cherung oder Kinder­geld­zu­schuss aus der gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung oder werden im Ausland der Kinder­zulage, dem Kinder­zu­schuss oder dem Kindergeld vergleichbare Leistungen gezahlt, erfolgt eine Minderung des Kinder­geldes.

Weitere finan­zielle Förderung von Familien. Die weitere finan­zielle Förderung von Familien ist vielfältig, die zum Abschluss dieses Beitrages exempla­risch genannt werden sollen:

Während der Schutz­fristen vor und nach der Entbindung sowie für den Entbin­dungstag wird Mutter­schaftsgeld gezahlt. Anschließend wird das Elterngeld für maximal 14 Monate gezahlt.

Ein Kinder­zu­schlag in Höhe von monatlich bis zu 140 Euro je Kind und wird an Eltern für das in ihrem Haushalt lebende Kind gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder.

Zudem können Eltern häufig Kinder­be­treu­ungs­kosten steuerlich berück­sich­tigen.

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