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Mit Umzugs­kosten Steuerlast vermindern

Wird der Arbeit­geber gewechselt oder steht eine Versetzung an, so ist damit oft auch ein Umzug verbunden. Dieser kann durchaus kostspielig sein. Wir zeigen Ihnen wie man sich einen Teil der Kosten vom Finanzamt zurück­holen kann.


Umzugs­kosten können unter bestimmten Voraus­set­zungen als Werbungs­kosten von der steuer­lichen Bemes­sungs­grundlage abgezogen werden und so die zu zahlende Einkom­men­steuer verringern. Alter­nativ kann auch eine Erstattung durch den Arbeit­geber steuerfrei vorge­nommen werden, die sonst als Arbeitslohn zu versteuern wäre.

Die Voraus­set­zungen. Der Wohnungs­wechsel bzw. der damit einher­ge­hende Umzug muss grund­sätzlich beruflich veran­lasst sein. Diese Veran­lassung ist alter­nativ gegeben, wenn

  1. durch den Wohnungs­wechsel eine Verkürzung der Dauer der täglichen Hin- und Rückfahrt in Höhe von mindestens einer Stunde entsteht,
  2. der Umzug im ganz überwie­genden betrieb­lichen Interesse des Arbeit­gebers erfolgt (besonders im Fall des Bezugs einer Dienst­wohnung),
  3. aus Anlass der erstma­ligen Aufnahme einer beruf­lichen Tätigkeit, des Wechsels des Arbeit­gebers oder im Zusam­menhang mit einer Versetzung ein Wohnungs­wechsel vorge­nommen wird oder
  4. der eigene Hausstand an den Beschäf­ti­gungsort verlegt wird, um eine doppelte Haushalts­führung zu beenden.

Liegt eine Fahrzeit­ver­kürzung von mindestens einer Stunde eindeutig vor, sind private Motive für den Umzug grund­sätzlich irrelevant. Des Weiteren muss in diesem Fall nicht einmal ein Arbeits­platz- oder ein Wohnorts­wechsel mit dem Wohnungs­wechsel verbunden sein.

Erfolgt der Umzug anlässlich einer Eheschließung, so müssen die Voraus­set­zungen für jeden Ehepartner gesondert ermittelt werden.

Die Höhe der Umzugs­kosten. Welche Kosten vom Arbeit­geber steuerfrei ersetzt oder vom Arbeit­nehmer als Werbungs­kosten berück­sichtigt werden können, richtet sich nach dem Bundes­um­zugs­kos­ten­gesetz (BUKG) und der Auslands­um­zugs­kos­ten­ver­ordnung (AUV). Hierunter fallen z.B. Trans­port­kosten für das Umzugsgut wie Möbel und Kartons inkl. Trans­port­schäden, Fahrt­kosten, Verpfle­gungs­mehr­aufwand, Makler­ge­bühren, doppelte Mietzah­lungen bis zu drei Monaten, Ummel­de­ge­bühren und sogar Kosten für den Nachhil­fe­un­ter­richt für die Kinder. Für die Umzugs­kosten hält das BUKG Pausch­be­träge bereit, die ohne Nachweis der tatsäch­lichen Kosten angesetzt werden können.

Diese betragen (lt. BMF, Schreiben v. 5.7.2011, IV C 5 – S 2353/08/10007, 2011/0538967):

Umzug ab Ledige Verhei­ratete Pro weiterer Person (Kind oder Verwandter) im Haushalt
01.08.2011 641 Euro 1.283 Euro 283 Euro
01.01.2011 640 Euro 1.279 Euro 282 Euro
01.01.2010 636 Euro 1.271 Euro 280 Euro
01.07.2009 628 Euro 1.256 Euro 277 Euro
01.01.2009 602 Euro 1.204 Euro 265 Euro

Sind die tatsäch­lichen Umzugkosten höher, so können diese veran­schlagt werden, falls sie einzeln nachge­wiesen werden. Hier wird das Finanzamt aller­dings prüfen inwieweit Kosten der privaten Lebens­führung z.B. für die Neuan­schaffung von Einrich­tungs­ge­gen­ständen angefallen sind, deren Abzug oder steuer­freie Erstattung ggf. verweigert wird.

Entstehen neben den reinen Umzugs­kosten auch Aufwen­dungen für durch den Umzug bedingten zusätz­lichen Unter­richt der Kinder des oder der Umzie­henden, so können diese bis zu 1.612 Euro ab 01.01.2011 und ab 01.08.2011 bis zu 1.617 Euro je Kind als Werbungs­kosten abgezogen oder steuerfrei ersetzt werden.

Umzug aus gesund­heit­lichen Gründen. Wird der Umzug aus gesund­heit­lichen Gründen vorge­nommen und belegt ein vorab erstelltes ärztliches Attest die Notwen­digkeit hierfür, so ist alter­nativ auch eine Berück­sich­tigung der Umzugs­kosten als außer­ge­wöhn­liche Belastung möglich.

 

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