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Umsatz­steu­er­liche Beurteilung der Firmen­wa­gen­be­nutzung durch den Unter­nehmer

Wird ein zum Unter­neh­mens­ver­mögen gehörendes Kraft­fahrzeug sowohl unter­neh­me­risch als auch vom Unter­nehmer privat genutzt, unter­liegt die nicht­un­ter­neh­me­rische Nutzung als unent­gelt­liche Wertabgabe der Umsatz­be­steuerung. Die hierfür fällige Umsatz­steuer kann nach § 12 Nr. 3 EStG nicht als Betriebs­ausgabe steuer­min­dernd abgezogen werden.


Wird ein Kraft­fahrzeug für das Unter­nehmen angeschafft, so kann die hierfür angefallene Umsatz­steuer als Vorsteu­er­abzug vollständig geltend gemacht werden, selbst wenn es auch durch den Unter­nehmer privat genutzt wird. Voraus­setzung hierfür ist aller­dings, dass die unter­neh­me­rische Nutzung mindestens 10 % beträgt und der Unter­nehmer das Fahrzeug seinem Unter­neh­mens­ver­mögen zu 100 % zuordnet. Die Zuord­nungs­ent­scheidung zum umsatz­steu­er­lichen Unter­neh­mens­ver­mögen ist unabhängig von der ertrag­steu­er­lichen Zuordnung zum Betriebs- oder Privat­ver­mögen.

Die private Nutzung des Kraft­fahr­zeugs durch den Unter­nehmer unter­liegt dann aller­dings als unent­gelt­liche Wertabgabe der Umsatz­be­steuerung. Die Bemes­sungs­grundlage hierfür kann auf drei Arten ermittelt werden.

Die 1 %-Regelung. Hierbei wird der für Ertrag­steu­er­zwecke ermit­telte Wert der Nutzungs­ent­nahme nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG auch für Umsatz­steu­er­zwecke verwendet und bildet die umsatz­steu­er­liche Bemes­sungs­grundlage für die nicht­un­ter­neh­me­rische Nutzung. Für die nicht mit Vorsteuer belas­teten Kosten wird ein pauschaler Abschlag in Höhe von 20 % vorge­nommen. Auf den so ermit­telten Netto-Wert wird schließlich die Umsatz­steuer berechnet.

Die Fahrten­buch­re­gelung. Anhand eines meist für ertrag­steu­er­liche Zwecke geführten Fahrten­buches wird das Verhältnis zwischen privat und unter­neh­me­risch veran­lassten Fahrten ermittelt. Dieses Verhältnis multi­pli­ziert mit den auf das Kraft­fahrzeug entfal­lenden Gesamt­kosten, abzüglich der nicht vorsteu­er­be­rech­tigten Kosten, bildet die Bemes­sungs­grundlage für die Umsatz­steuer.

Schätzung des nicht­un­ter­neh­me­ri­schen Anteils. Werden weder die 1 %- noch die Fahrten­buch­re­gelung angewendet, muss der nicht­un­ter­neh­me­rische Anteil geschätzt werden. Liegen hierfür keine geeig­neten Unter­lagen vor, so wird in der Regel der private Nutzungs­anteil mit (mindestens) 50 % angesetzt. Dieser Prozentsatz wird anschließend mit den vorsteu­er­be­las­teten Gesamt­kosten des Fahrzeugs multi­pli­ziert und bildet so die Bemes­sungs­grundlage.

Der BFH hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass grund­sätzlich die für Umsatz­steu­er­zwecke verwendete Ermitt­lungs­me­thode unabhängig von der für Ertrag­steu­er­zwecke angewen­deten gewählt werden kann. Führt der Unter­nehmer kein ordnungs­ge­mäßes Fahrtenbuch und entscheidet er sich umsatz­steu­erlich gegen die 1 %- Regelung, unter­scheiden sich die einkommen- und umsatz­steu­er­lichen Bemes­sungs­grund­lagen ggf. zwangs­läufig. Die nach § 12 Nr. 3 EStG nicht abziehbare Umsatz­steuer ist also im Zweifelsfall nach umsatz­steu­er­lichen und nicht nach ertrag­steu­er­lichen Maßstäben zu ermitteln. (BFH-Urteil vom 07.12.2010, VIII R 54/07)

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