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Der elektro­nische Brief

Am 24. Februar 2011 wurde der Gesetz­entwurf der Bundes­re­gierung zur Regelung von „DE-Mail-Diensten“ im Bundestag in zweiter und dritter Lesung beraten und in der Fassung der Beschluss­emp­fehlung des Innen­aus­schusses angenommen. Der Bundesrat hat diesen Gesetz­entwurf schließlich am 18. Märt 2011 angenommen.

Mit dem Gesetz soll insbe­sondere ein Rechts­rahmen zur Einführung vertrau­ens­wür­diger Bürger­portale im Internet geschaffen werden. Weiteres Ziel des Gesetzes ist die Schaffung vertrau­ens­wür­diger Lösungen für die elektro­nische Kommu­ni­kation im Rechts- und Geschäfts­verkehr, bei denen sich die Teilnehmer der Sicherheit der Dienste, der Vertrau­lichkeit der Nachrichten und der Identität ihrer Kommu­ni­ka­ti­ons­partner sicher sein können.


Durch die verbes­serten Beweis­mög­lich­keiten soll die Rechts­si­cherheit im elektro­ni­schen Rechts- und Geschäfts­verkehr gestärkt werden und eine rechts­si­chere Zustellung elektro­ni­scher Dokumente gewähr­leistet werden.

Mit dem DE-Mail-Gesetz werden Mindest­an­for­de­rungen an den sicheren elektro­ni­schen Nachrich­ten­aus­tausch einge­führt, und zwar bezogen auf Verschlüs­selung, sichere Identität der Kommu­ni­ka­ti­ons­partner und Nachweis­barkeit (Versand-/Eingangs­nach­weise). Darüber hinaus wird ein Zulas­sungs­ver­fahren für DE-Mail-Provider etabliert, über das diese Mindest­an­for­de­rungen nach klaren Regeln in einem trans­pa­renten Verfahren überprüft werden.

Was ist DE-Mail? DE-Mail ist ein einfach nutzbarer elektro­ni­scher Dienst für die verschlüs­selte, nicht manipu­lierbare und verbindlich nachweisbare Übermittlung von Nachrichten und Dokumenten. Neben der verschlüs­selten Daten­über­tragung stellt die Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung gemäß der techni­schen Richt­linie eine zusätz­liche Option dar. Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung wird nicht nur der Transport, sondern auch die Nachricht selbst verschlüsselt. Darüber hinaus kann der Absender seine Nachrichten zusätzlich mit seinen eigenen vorhan­denen Kompo­nenten (quali­fi­ziert) signieren.
Sinn und Zweck von DE-Mail ist es, grund­le­gende Sicher­heits­funk­tionen für den sicheren Austausch elektro­ni­scher Nachrichten einfacher anwendbar zu machen und damit deren rasche Verbreitung zu fördern. Wer für ein noch höheres Sicher­heits­niveau zusätz­liche Sicher­heits­tech­no­logien einsetzen möchte, wird hierbei durch DE-Mail unter­stützt.

Reali­siert und betrieben wird DE-Mail von staatlich zugelas­senen („akkre­di­tierten“) und in der Regel privaten Anbietern, den DE-Mail-Providern. DE-Mail-Anbieter müssen hohe Anfor­de­rungen an Sicherheit, Funktio­na­lität, Inter­ope­ra­bi­lität und Daten­schutz erfüllen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Infor­ma­ti­ons­technik (BSI) veröf­fent­licht die Zulas­sungs­kri­terien auf seiner Homepage.
Aus Nutzer­sicht unter­scheidet sich DE-Mail im „Look and Feel“ nur unwesentlich von der normalen E-Mail. Erfor­derlich ist eine Anmeldung mit Benut­zername und Passwort an einem Webportal.
An dem DE-Mail-Projekt sind derzeit die Provider Deutsche Telekom AG mit T-Systems, GMX, Mentana und WEB.DE beteiligt.

Mit dem DE-Mail-Gesetz werden Mindest­an­for­de­rungen an den sicheren elektro­ni­schen Nachrich­ten­aus­tausch einge­führt, und zwar bezogen auf Verschlüs­selung, sichere Identität der Kommu­ni­ka­ti­ons­partner und Nachweis­barkeit. Darüber hinaus wird ein Zulas­sungs­ver­fahren für DE-Mail-Provider etabliert, über das diese Mindest­an­for­de­rungen nach klaren Regeln in einem trans­pa­renten Verfahren überprüft werden.

Funktionen von DE-Mail. Die Grund­funktion von DE-Mail umfasst also das Versenden von Texten und anderen Dokumenten über Online-Portale der Provider im Webbrowser. Es muss dazu keine zusätz­liche Software oder Hardware instal­liert werden.

Mit der Standard-DE-Mail ist der Versand gegen den Verlust der Vertrau­lichkeit, gegen Änderungen des Nachrich­ten­in­halts und der sogenannten Metadaten (z. B. Absen­der­adresse, Versandzeit, Versandart) geschützt. Zusätzlich kann der Sender zwischen mehreren Versand­arten wählen, die er kombi­nieren kann:

  • Versand­be­stä­tigung: Der Versand­dienst des Absenders bestätigt dem Absender per Nachricht den Versand.
  • Eingangs­be­stä­tigung: Der Postfach­dienst des Empfängers bestätigt dem Absender sowie dem Empfänger per Nachricht den Eingang beim Empfänger.

Das „DE-Mail-Einschreiben“ ist eine vorein­ge­stellte Kombi­nation der Optionen Versand- und Eingangs­be­stä­tigung. Darüber hinaus stehen dem Nutzer weitere Versand­arten zur Verfügung, die ein besonders sicheres Anmel­de­ver­fahren erfordern.

DE-Safe. Weitere Standard­funktion ist eine sichere Online-Daten­ablage (De-Safe). Dadurch können wichtige Dokumente sicher in elektro­ni­scher Form aufbe­wahrt werden. Für diesen Fall sollen die DE-Mail-Provider sogenannte Dokumen­ten­safes bereit­stellen, die eine langfristige Speicherung und den Schutz vor Verlust und Manipu­lation ermög­lichen. Auch hier werden alle an den Safe überge­benen Dokumente unmit­telbar nach der Entge­gen­nahme verschlüsselt und integri­täts­ge­schützt.

DE-Ident. Im Rahmen der DE-Mail-Dienste wird es eine einfache Möglichkeit zur Identi­täts­fest­stellung geben. Auf Anfor­derung des Nutzers erstellt der DE-Mail-Provider eine Ident-Bestä­tigung, die anschließend per DE-Mail an die DE-Mail-Adresse des Empfängers gesendet wird. Damit sollen Bürger sich beispiels­weise bei Online­shops regis­trieren können oder nachweisen, dass sie älter als 18 Jahre alt sind. Diese Inhalte werden vom DE-Mail-Provider quali­fi­ziert signiert, um die Korrektheit der übermit­telten Daten zu bestä­tigen. Die Ident-Bestä­tigung enthält die beim DE-Mail-Provider vorhan­denen Daten, die nicht unbedingt aktuell sein müssen. Aktuelle Identi­täts­daten erhält man für natür­liche Personen nur mit dem neuen Perso­nal­ausweis und für juris­tische Personen über das elektro­nische Handels­re­gister.

E-Postbrief ist kein DE-Mail-Angebot. Seit 14. Juli 2010 bietet die Deutsche Post den sogenannten E-Postbrief an, auch als ePost bekannt. Diese Form des elektro­ni­schen Briefs bietet einen Großteil der Leistungen, die auch die DE-Mail aufweisen soll: vertrau­liche, verläss­liche und verbind­liche elektro­nische Kommu­ni­kation zwischen E-Postbrief-Kunden. Noch ist der E-Postbrief aber kein DE-Mail-Angebot, könnte es aber nach Inkraft­treten des DE-Mail-Gesetzes werden.

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