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Keine Probleme beim Zoll nach dem Urlaub

Der Urlaub gilt als die schönste Zeit des Jahres. Damit Ihre Erholung nicht bei der Rückkehr aus dem Urlaub endet, sollten Sie die gesetz­lichen Bestim­mungen berück­sich­tigen. Der folgende Artikel infor­miert Sie, welche Waren in welchem Umfang Sie nach Deutschland einführen dürfen.


Reisen innerhalb der EU Für Reisen innerhalb der EU gelten andere Maßstäbe als für Reisen aus einem Drittland. Folgende Staaten gehören derzeitig der EU an: Belgien, Deutschland, Frank­reich, Italien, Luxemburg, Nieder­lande, Dänemark, Irland, Verei­nigtes König­reich, Griechenland, Portugal, Spanien, Finnland, Öster­reich, Schweden, Tsche­chische Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Slowenien, Slowa­kische Republik, Bulgarien und Rumänien.

Büsingen, Helgoland, die Insel­gruppe Färöer, Grönland, Saint Pierre und Miquelon, Mayotte, Neuka­le­donien, Franzö­sisch-Polynesien, Wallis und Futuna, Franzö­sische Süd- und Antark­tis­ge­biete, Livigno und Campione d‘Italia sowie der zu Italien gehörende Teil des Luganer Sees zwischen Ponte Tresa und Porto Ceresio, Aruba und die Nieder­län­di­schen Antillen, Ceuta und Melilla und der nördliche (türkische) Teil Zyperns, in dem die Regierung Zyperns keine tatsäch­liche Kontrolle ausübt, sowie Gibraltar gehören zwar zum Staats­gebiet einzelner Mitglied­staaten, sind jedoch kein Bestandteil des Zollge­bietes der EU.

Waren, die Sie aus diesen Gebieten aus Ihrem Urlaub mitbringen, sind abgabenfrei, wenn sie innerhalb der Reise­frei­grenzen für Waren aus Dritt­ländern einge­führt werden. Es müssen zudem die Voraus­set­zungen zur Inanspruch­nahme dieser Reise­frei­grenzen erfüllt sein. Andern­falls gelten für sie die Bestim­mungen für Einreisen aus Dritt­ländern.

Zum Zollgebiet der EU, nicht jedoch zum Steuer­gebiet für Verbrauch­steuern und Mehrwert­steuern gehören die briti­schen Kanal­inseln, die Übersee­de­par­te­ments Frank­reichs (Marti­nique, Guade­loupe, Réunion und Franzö­sisch-Guayana), die Kanari­schen Inseln, die Aland­inseln und der Berg Athos in Griechenland.

Bei der Einreise aus diesen Gebieten gelten aufgrund ihres spezi­ellen steuer­recht­lichen Status ebenfalls die Regelungen zu den Reise­frei­grenzen für Waren aus Dritt­ländern. Bei Überschreitung der Freigrenzen werden jedoch nur die Einfuhr­um­satz­steuer und ggf. Verbrauch­steuern erhoben.

Eine Zollunion besteht mit dem Fürstentum Andorra, der Republik San Marino und der Türkei.

Bei der Einreise aus einem anderen EU-Land dürfen Sie Waren für Ihren persön­lichen Ge- oder Verbrauch abgabenfrei einführen.

Waren für gewerb­liche Zwecke sind hingegen in Deutschland anzumelden und zu versteuern. Um den persön­lichen Bedarf von gewerb­lichen Zwecken abzugrenzen, werden Richt­mengen zugrunde gelegt. Eine Überschreitung dieser Mengen wird als Indiz für eine gewerb­liche Bestimmung der Waren gewertet. Richt­mengen für Tabak­waren: 800 Zigaretten (4 Stangen), 400 Zigarillos, 200 Zigarren, 1 kg Tabak. Kaffee: 10 kg. Alkohol: 10 l Spiri­tuosen, 10 l alkohol­haltige Süßge­tränke (Alkopops), 20 l Likörwein, 90 l Wein (davon max. 60 l Schaumwein), 110 l Bier. Kraft­stoff: Eine Tankfüllung plus 20 l im Reser­ve­ka­nister

Überschreiten Sie bei der Einreise die Grenz­werte, müssen Sie nachweisen, dass die Waren für den persön­lichen Bedarf bestimmt sind.

Für den Erwerb von neuen Fahrzeugen in einem anderen EG-Mitglied­staat gelten Sonder­re­ge­lungen, die hier nicht weiter darge­stellt werden sollen.

Reisen außerhalb der EU Damit die in einem Land, das nicht Mitglied der EU ist, erwor­benen Schnäppchen Ihnen nicht teuer zu stehen kommen, müssen Sie folgende Regeln beachten:

Sie müssen die Waren bei der Einreise mit sich führen und Sie müssen die Waren für den persön­lichen Gebrauch oder als Geschenk für einen Freund oder Verwandten gekauft haben. Ein entgelt­liches Mitbringen für andere ist nicht möglich.

Erfüllen Sie diese Voraus­set­zungen gelten nachfol­gende Grenzen. Richt­mengen für Tabak­waren: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauch­tabak oder eine anteilige Zusam­men­stellung dieser Waren. Alkohol und alkohol­haltige Getränke: 1 Liter Spiri­tuosen mit einem Alkohol­gehalt von mehr als 22 Volumen­prozent oder unver­gällter Ethyl­al­kohol mit einem Alkohol­gehalt von 80 Volumen­prozent oder mehr oder 2 Liter Alkohol und alkoho­lische Getränke mit einem Alkohol­gehalt von höchstens 22 Volumen­prozent oder eine anteilige Zusam­men­stellung dieser Waren und 4 Liter nicht schäu­mende Weine und 16 Liter Bier. Arznei­mittel: die dem persön­lichen Bedarf des Reisenden entspre­chende Menge. Kraft­stoffe: für jedes Motor­fahrzeug die im Haupt­be­hälter befind­liche Menge und bis zu 10 Liter in einem tragbaren Behälter. Andere Waren: bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro, Flug- bzw. Seerei­sende bis zu einem Warenwert von insgesamt 430 Euro, Reisende unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von insgesamt 175 Euro.

Haben Sie mehr Waren im Gepäck, als Sie abgabenfrei einführen dürfen, erhebt der Zoll Einfuhr­ab­gaben im pauscha­lierten Verfahren. Bis zu einem Warenwert von 700 Euro erhebt der Zoll eine pauschale Abgabe von 17,5 %. Mit zahlreichen Ländern hat Deutschland ein Zollab­kommen. Bei Einreise aus einem dieser Länder sinkt die Einfuhr­abgabe auf 15 %.

Bei einem Warenwert von mehr als 700 Euro wird jeder Gegen­stand einzeln versteuert und verzollt. Die Höhe der Abgaben hängt vom Wert und von der Art des Gegen­standes ab.

Indem Sie am Flughafen nach der Landung durch die grüne oder rote Tür gehen, geben Sie eine Zollan­meldung ab. Wählen Sie die grüne Tür, obwohl Sie mit Ihren Reise­mit­bringseln über den einschlä­gigen Grenzen liegen, begehen Sie zumindest eine leicht­fertige Steuer­ver­kürzung. Im Fall einer Kontrolle kann dann neben den Zollab­gaben zusätzlich ein Bußgeld fällig werden.

Bei der Ausreise aus Deutschland müssen Sie Waren anmelden, die Geneh­mi­gungs­pflichten oder Verboten unter­liegen. Umfasst sind z. B. geschützte Tiere und Pflanzen oder Kultur­güter. Waren, die aus beruf­lichen oder geschäft­lichen Gründen ausge­führt werden, sind ebenfalls anzumelden. Gleiches gilt für Barmittel im Wert von über 10.000,00 EUR.

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