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Gesund­heits­för­derung am Arbeits­platz

Die Mitar­beiter sind oft das wichtigste Kapital der Unter­nehmen und wichtigster Faktor für den Unter­neh­mens­erfolg. Maßnahmen der Gesund­heits­prä­vention dienen somit den Arbeit­nehmern und Arbeit­gebern.

Einer Studie der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­dizin (BAUA) zufolge summiert sich der durch krank­heits­be­dingte Fehlzeiten verur­sachte volks­wirt­schaft­liche Schaden in Deutschland auf rund 65 Milli­arden Euro im Jahr. Deshalb lohne sich betrieb­liche Gesund­heits­för­derung für jedes Unter­nehmen, versi­chert die Bundes­an­stalt: Jeder in die Prävention inves­tierte Euro spart bis zu acht Euro ein – durch geringere Fehlzeiten, weniger Krank­heits­ver­tre­tungen und eine höhere Leistungs­fä­higkeit der Arbeit­nehmer.


Steuer­freiheit der Leistungen zur betrieb­lichen Gesund­heits­för­derung Bis zu einem Freibetrag von 500,00 Euro im Jahr je Arbeit­nehmer sind Leistungen des Arbeit­gebers zur betrieb­lichen Gesund­heits­för­derung zusätzlich zum Lohn/Gehalt steuerfrei. Unter die Steuer­be­freiung fallen alle Leistungen, die im „Präven­ti­ons­leit­faden der Spitzen­ver­bände der Kranken­kassen“ genannt sind. Der Präven­ti­ons­leit­faden kann im Internet auf der Seite http://www.mds-ev.org/media/pdf/Leitfaden_2008_150908.pdf herun­ter­ge­laden werden.

Die Steuer­be­freiung wirkt aber nur auf zusätzlich zum ohnehin geschul­deten Arbeitslohn erbrachte Leistungen und nicht solche, die unter Anrechnung auf das Gehalt oder durch Umwandlung erbracht werden. Sofern der Betrieb seiner Beleg­schaft im Jahr bis zu 500,00 Euro steuerfrei als Gesund­heits­för­derung bezahlt, muss dies nicht auf die 44-Euro-Freigrenze für Sachzu­wen­dungen angerechnet werden, denn die erfasst nur lohnsteu­er­pflichtige Bezüge.

Sofern die Bar- oder Sachzu­wen­dungen 500 Euro pro Person und Jahr überschreiten, ist nur die den Freibetrag überstei­gende Differenz steuer­pflichtig. Sofern ein Arbeit­nehmer innerhalb eines Jahres den Arbeit­geber wechselt oder mehrere Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse neben­ein­ander hat, kann der Freibetrag mehrfach genutzt werden.

Durch eine Geset­zes­än­derung wurde zudem Bürokratie abgebaut. Der Arbeit­geber braucht jetzt nicht mehr nachzu­weisen, dass er ein „ganz überwiegend betrieb­liches Interesse“ hat. Statt­dessen reicht es völlig aus, wenn es sich um eine nach dem Präven­ti­ons­leit­faden anerkannte Methode zur Gesund­heits­för­derung handelt.

Umfang der betrieb­lichen Gesund­heits­för­derung Die Teilnahme an einer Rücken­schule ist genauso steuer- und sozial­ab­ga­benfrei wie Ernäh­rungs­be­ratung, Bewegungs­training, Programme zur Stress­be­wäl­tigung und Entspannung, Sucht­prä­vention und vieles mehr. Auch Programme zur Rauch­ent­wöhnung fallen unter das Gesetz.

Es sind insbe­sondere Leistungen erfasst, die der Verbes­serung des allge­meinen Gesund­heits­zu­stands und der betrieb­lichen Gesund­heits­för­derung dienen.

Hierunter fallen insbe­sondere Maßnahmen zur Primär­prä­vention:

  • Reduzierung von Bewegungs­mangel, Vorbeugung und Reduzierung spezi­eller gesund­heit­licher Risiken durch verhaltens- und gesund­heits­ori­en­tierte Bewegungs­pro­gramme,
  • Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung,
  • Vermeidung und Reduktion von Überge­wicht,
  • Förderung indivi­du­eller Kompe­tenzen zur Vermeidung stress­be­dingter Gesund­heits­ri­siken,
  • Förderung des Nicht­rau­chens, gesund­heits­ge­rechtem Umgangs mit Alkohol, Reduzierung des Alkohol­konsums.

Ferner sind z. B. folgende Maßnahmen zur betrieb­lichen Gesund­heits­för­derung erfasst:

  • Vorbeugung und Reduzierung arbeits­be­dingter Belas­tungen des Bewegungs­ap­parats,
  • gesund­heits­ge­rechte betrieb­liche Gemein­schafts­ver­pflegung durch Ausrichtung der Angebote an Ernäh­rungs­richt­linien und Bedürf­nissen der Beschäf­tigten, Schulung des Küchen­per­sonals, Infor­ma­tions- und Motivie­rungs­kam­pagnen,
  • Förderung indivi­du­eller Kompe­tenzen der Stress­be­wäl­tigung am Arbeits­platz,
  • gesund­heits­ge­rechte Mitar­bei­ter­führung.

Zahlungen für die Mitglied­schaft in Sport­ver­einen oder Fitness­clubs schließt das Gesetz dagegen eindeutig aus. Unter die Steuer­be­freiung fällt jedoch der Zuschuss für Maßnahmen über Fitness­studios oder Sport­vereine, wenn solche Angebote von einer Kranken­kasse über den Leitfaden Prävention als förde­rungs­würdig einge­stuft sind.

Umfasster Perso­nen­kreis Begünstigt sind neben den vollbe­schäf­tigten Arbeit­nehmern auch Teilzeit­be­schäf­tigte, Minijobber und Gesell­schafter-Geschäfts­führer. Arbeit­nehmer können solche gesund­heits­för­dernden Leistungen aller­dings nicht einfordern, denn es gibt keinen Rechts­an­spruch darauf. Dafür muss der Arbeit­geber entspre­chende Maßnahmen nicht allen Mitar­beitern zugute­kommen lassen, sondern kann z. B. nur einzelne Abtei­lungen oder einzelne Perso­nen­gruppen wie Raucher auswählen.

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